01 Februar 2012

Leith Walk

... wo ist denn Leith?

Naja, das ist einfach zu erklären: Es ist ein Stadtteil von Edinburgh, zufällig gerade der, in dem Lindsay und Colin mit Blick auf den Forth leben und ein eher vergessenes Viertel - wenn man den typischen Touristenrouten folgt.

Ganz zu Unrecht. Dachte sich auch Lindsay und hat mal flugs eine Business-Idee ausgetüftelt. Was dazu führte, daß wir kürzlich eine etwas atypische Wanderung machten; mal nicht einen Berg hinauf, eine Schlucht oder zu einer Burg, sondern nur im sonntäglich beschaulichen Leith. Bei wiederum nahezu perfektem schottischen Winterwetter.

Drunter geht's zum Commercial Quai
Und das war ein wirklich netter Nachmittag. Leith hat sich seinen alten Hafen-Charme erhalten, obwohl viel Geld in die Restaurierung der alten Gebäude sowie ansprechende Neubauten gesteckt wurde.

Alt und Neu - der kleine Signal Tower fällt da fast nicht auf.
Es gibt eine Unmenge kleiner Lokale, Kneipen, Bars - auch auf dem Wasser - und netter Geschäfte. Eines hat es uns besonders angetan: das Flux, in dem es nur solche Sachen gibt, die man definitiv nicht braucht, aber immer gerne hat.

Eines der vielen Lokale - das schwimmende ist auf der anderen Seite des Gehwegs
Zu guter Letzt haben wir dann noch ein Café gefunden, das einen der besten Espressi aller Zeiten serviert - und das will was heißen, bei meiner Espresso-Historie.

Allein schon des Espresso wegen sollte man hierher kommen
Schließlich werden wir noch mit einem roten Sonnenuntergang verwöhnt. Aber das wird nicht das letzte Mal sein, daß wir diesem Stadtteil einen  intensiven Besuch abstatten werden.



23 Januar 2012

Was es nicht alles gibt...

Schottland ist ja bekanntlich das Land des Whisky. Hier wurde er erfunden, hier gibt's die Distilleries, die Whisky-Tours und halt einfach alles, was mit Whisky zusammenhängt.

Was mir aber absolut neu war: Es gibt auch Kondome mit Whisky Geschmack. Zwei Stück für 1 Pfund. Anscheinend die billligste Art, sich einen Whisky-Kater zu holen.

Wer's nicht glaubt, hier der Beweis:
... mit Whisky Geschmack
Was ich aber noch interessanter fand, ist die Warnung (unten im gelben Kästchen): 'Do not drive, whilst using this product.' Viel Spaß bei der Vorstellung, wie das gehen soll!


Sonne - Klippen - Meer

Man glaubt es kaum: Es ist Januar und die Sonne scheint wie im Sommer. Die Temperaturen sind zwar nicht gerade hoch, aber sehr angenehm für eine Wanderung.

Deshalb machten wir uns gestern auf Richtung Arbroath (nördlich von Dundee), um den Seaton Cliff Nature Trail entlangzuwandern. Das ist ein relativ kurzer Weg, direkt oberhalb der Sandsteinklippen, aus denen die Nordsee dramatische Formen gemacht hat. Ich war total begeistert, vor allem das Zusammenspiel von gleißendem Licht, dunklen Schatten und den rotbraunen Felsen war fotografische Sahne.

Da hat die Automatik der Handy-Kamera beim Panorama Probleme bekommen...

Berühmt ist der De'il's Heid, ein markanter Pfeiler (das könnt Ihr übersetzen, wenn Ihr wollt - oder einfach so stehen lassen...). In Unkenntnis der verwendeten Sprache würde ich auf so etwas tippen, wie: Teufels Versteck.

Der De'il's Heid
Im Anschluß haben wir uns im Old Brewhouse noch ein kleines und spätes Mittagessen gegönnt - für mich ohne Arborath Smokie, den man an jeder Ecke in kleinen Buden kaufen - aber auch in Lokalen recht genießen kann. Da war ich kulinarisch wieder mal etwas wenig innovativ - was ich schließlich bedauern mußte, als ich von Eleanor's Gericht probiert habe ...

Zum Abschied aus Arbroath gab's dann noch einen glühenden Sonnenuntergang - passend zum Tag.

Der Signal Tower bei Sonnenuntergang


20 Januar 2012

Schwupps ...

... da war auf einmal der Bildschirm gedreht. Natürlich nicht der Schirm selbst, sondern nur der Inhalt.

da ist schwer zu arbeiten in der Lage ...
Was war passiert? Wenn ich - seiner Meinung nach - mich nicht genügend um ihn kümmere, ihn nicht rauslasse, Zeit für neues Futter ist (das ist fast immer), ihn nicht genügend beachte oder wenn's ihm einfach langweilig ist, dann weiß Georgie sich zu helfen. Am einfachsten ist die Tastaturblockade, bei der er sich genüßlich drauf ausstreckt (am Notebook am liebsten so, daß der warme Entlüftungsstrom ihn sanft am Kopf massiert). Die Alternative ist, einfach immer wieder mal über die Tastatur zu laufen, was besonders häßlich ist, weil ja immer irgendwas passiert, wenn irgendwelche Tasten gedrückt werden.

Heute morgen war's nicht anders. King George spaziert also, während ich meine emails lese (da stört ein Tpyo nicht allzu sehr, da ja nichts versandt wird und kurzfristig Gelöschtes kann leicht wieder hergestellt werden) von links nach rechts über die Tastatur und - schwupps, war der Bildschirminhalt um 90° nach links gekippt. Sozusagen liegendes Hochformat. Ein bißchen habe ich mich an die gute alte Prä-PC und Prä-Mac Zeit zurückversetzt gefühlt, als wir das Xerox System (für alle Spätgeborenen: Vorläufer aller mäuslicher Bedienkonzepte, Bildschirm hochkant, denn damals hat man vor allem wie auf Papier arbeiten wollen) eingeführt haben.

Von Windows war mir dieses hochkant-liegend Feature nicht bekannt. Und im Help nachzuschauen, ist ein bißchen schwierig, wenn die Maus immer irgendwo anders hinfährt, als gedacht. Nach einiger Zeit hatte ich zwar den Dreh raus: wenn sie sich mal bewegte, dann stellte ich mir vor, in ihrem Abbild am Bildschirm zu sitzen, in Fahrtrichtung rauszuschauen und sie mit der Hand zu steuern.

Einfacher war es aber, diese Situation am Handy zu googeln. Ja, da gibt's ein hidden Kommando in Windows. Und das funktioniert sogar. Denn sonst wäre der Beitrag ja auch gar nicht erschienen.

Und was ist nun das hidden Kommando? Na, das rauszufinden überlasse ich Euch............ Und für den Fall, daß eine Katze mal bei Euch den Bildschirm dreht - ich weiß, wie's wieder retour geht.

14 Januar 2012

Wenn zwei sich streiten ...

... freut sich der Dritte. Meistens - aber nicht immer.

Wie gestern: Ein wunderschöner Tag, sonnig, ein bißchen kühl. Wunderbar für einen catwalk. Wie üblich hatte Poppy nach dem Frühstück um 0900 noch einen ihrer Catwalks unternommen und kam - auch wie üblich - gegen 1130 zurück. Zeit zum Mittagsschlaf und für den Catwalk von Georgie, der morgens auf die Rückkehr von Poppy warten muß.

Alles klar - nur hatte ich gestern vergessen, die Terrassentür am Sunroom ganz zu schließen. Grade als ich also Georgie rausbugsiert habe, sehe ich noch aus den Augenwinkeln, wie Poppy - nicht wie üblich schläft - sondern durch diese Tür entschwindet. Gradewegs ins Revier von Georgie (wie er denkt).

Da versuche ich noch, die Situation zu entschärfen und Poppy einzufangen - was natürlich bei einer Katze, wenn sie nicht will, so gut wie unmöglich ist. Sie kriecht unter dem Zaun durch und ... entdeckt Georgie, der wie ein Berserker angestürmt kommt, entschlossen, sein Revier endgültig ausschließlich für sich zu okkupieren. Krieg! Mord! Totschlag (eher -biß)!

Dmit überstürzen sich die Ereignisse. Poppy flieht wie der Blitz, springt über den Zaun, rennt in die vermeintlich sichere Garage. Zwischenzeitlich habe ich Georgie fast packen können, aber der entwischt mir wieder und ist entschlossen, Poppy nicht entkommen zu lassen. Auch er rast wie ein geölter Blitz in die Garage und oben im Dachstuhl kommt es zum Fight. Nicht mit mir! Als Poppy nach unten entwischen will, packe ich sie ganz fest, damit ich sie in die Sicherheit des Hauses bringen kann. Das geht natürlich nicht ohne Wunden ab - meine Hand ist verkratzt und blutet fürchterlich (schöne Blutspur ins und im Haus), die Brille war weggeflogen und mein rechtes Auge wurde knapp von den Krallen verfehlt. Ist also nur ein Kratzer unter dem Auge. Ihre Reißzähne hatte Poppy aber in den Unterarm gebohrt, so tief sie halt gekommen ist. Aber am Knochen ist halt mal ein Ende...

Nach einem Tag sieht's schon wieder ganz manierlich aus...

Quintessenz: Déjà vu - da war doch was mit Charlie vor vielen Jahren. Auch damals hatte ich den Kater aus einem Fight 'gerettet', und er hat mir nur einen Biß mit dem Reißzahn in das Gelenk eines Fingers verpaßt. Ergebnis: Zwei Tage später sagte der Arzt zu mir: 'Du kannst entscheiden: gleich operieren oder morgen amputieren...' Das wollte ich diesmal vermeiden, bin also zum Säubern der Wunden ins Krankenhaus, wurde dort auch mit Antibiotika versorgt und denke deshalb, daß diesmal keine Nachwehen zu erwarten sind. Außer von den 4 Bißwunden, die nicht nur an den Wunden schmerzhaft sind, sondern die Bewegungsfähigkeit der Hand stark einschränken. Aber das wird auch wieder.

Immerhin kann ein Lerneffekt festgestellt werden: nach Charlie's Biß habe ich am gleichen Abend noch einige Stunden Tennis gespielt, was zu einer raschen Ausbreitung der Infektion geführt hat. Diesmal war wieder Tennis angesagt, was wir aber dann bleiben ließen und uns dafür gemütlich Sieben Jahre in Tibet angeschaut haben.

Fazit: Alles wie OK. Poppy hat's mir nicht übel genommen und wir sind wieder dicke Freunde (ich jeweils mit einer Katze).

12 Januar 2012

Klettermaxe

Nun sind wir ja gut ins neue Jahr reingerutscht. Mit einem Kurzbesuch (so kurz, daß ich nicht mal einen Foto mitgenommen und alle Erinnerungsbilder mit dem Handy geschossen  habe) bei Inge und Erwin - eine wirkliche Stippvisite - sorry an alle, die wir diesmal nicht mit unserer Anwesenheit nerven konnten.

Eigentlich hatten wir ja auf etwas Winter gehofft, ein bißchen Schnee, aber dann war's so wie hier: nur kühl, nicht winterlich und erst bei der Abreise etwas Schneefall.

Nürnberg - Panorama von der Burg
Jedenfalls war es schön genug, ein bißchen im schönen Nürnberg rumzuschlendern, Bratwürste zu verzehren,

Bratwurstzubereitung traditionell
den Hufabdruck (oder eher die vielen Hufabdrücke) des Pferdes von Eppelein von Geilingen wiederzufinden (es hat ihm letztlich doch nichts genutzt, einen Riesensatz über den Burggraben gemacht zu haben - sie haben ihn halt dann ein Jahr später aufgehängt, aber das gehört eigentlich nicht zu dieser Geschichte), die vielen Reminiszenzen an A.D. zu sehen (inklusive wenig dürerhafter Mitbringselmöglichkeiten), einige Kirchen von außen und innen zu bewundern, voller Überraschung auf ein Highland Rind aus Schottland zu treffen, in einem Shop einen Modellhubschrauber zu fliegen und noch am Ring des Brunnens zu drehen: wir kommen also wieder. Irgendwann. Und lassen uns von Hans weiter die Dinge erklären (auch wenn er die Story von EvG erst von mir erfahren hat).
Der Henkersteg
In München wollten wir einige Teile des Deutschen Museums besichtigen - wieder mit Hans und Inge. Aber vor den Eingang hat die Urlaubszeit mehrere ewige Schlangen von Bildungsbeflissenen platziert. Fazit: zum einzigen Blitz des Tages wären wir gerade noch rechtzeitig gekommen, tja, wäre da nicht eine derartige Menge von Menschen gestanden, die uns die Aussicht und damit auch die Lust genommen haben. War's also ein Deutsches Museum mal ohne elektrische Entladung (für uns). Dafür aber mit einer Demo von Musikinstrumenten, die richtig gut war; die alten Instrumente und die wunderbare Orgel üben einen unwiderstehlichen Reiz aus. Nach dem Bergwerksdurchschlendern durfte ich noch das mathematische Kabinett anschauen/benutzen; aber auch da war der Andrang riesig, insbesondere bei der Größe des Bereichs. Und jeder wollte da rumspielen - warum wird eigentlich Mathe normalerweise als trocken, komplex und schwierig angesehen, wenn's doch so schöne Dinge zu erforschen gibt?

Und irgendwoher - mindestens drei der vier Besuchten kommen infrage - haben wir uns jeweils eine deftige Erkältung mitgenommen. Eleanor hat sich schon in München mit einem Brummschädel und anderem Unerquicklichen vergnügt, bei mir ist es dann erst wieder zuhause gekommen. Immerhin haben wir alle die gleichen Symptome: Stimmverlust (Klasse für eine Pädagogin), volle Nebenhöhlen, Kopfschmerzen, etc. Nur Traudls Bindehautentzündung hat wohl den Übergang zu uns nicht geschafft...

So sind wir also wieder im Alltag. Georgie und Poppy waren im Kennel (Katzenhotel) und sind wieder mehr oder weniger zufrieden und getrennt voneinander zuhause. Und Georgie hat mir heute eine wirkliche Überraschung bereitet - auch wenn ich meinte, daß da nichts mehr sei, was mich an ihm überraschen könne:

Ich war gerade nach der Dusche im Schlafzimmer beim Anziehen, als es ganz kläglich miaut hat. Eigentlich sollte ich das gar nicht hören, denn das Zimmer liegt ja im ersten Stock und das Haus ist gut schallgedämmt. Aber es war wirklich laut und - logo - mir war klar, da muß was passiert sein. Draußen. Ich also wie der Blitz aus dem Schlafzimmer raus und an der Badtür vorbei und - da klagt es aus dem Bad. Wie bitte? Aus dem Bad? Ja, der Kater war auf dem Dach und wollte partout durch das Badezimmerfenster einsteigen. Was bei den hiesigen Fenstern nicht so einfach ist, denn die haben eine Sperre, die erst gelöst werden muß, damit man sie in einem größeren Winkel kippen kann. Da ich das noch nie gemacht habe, dauert es so einige Zeit - draußen jammert und winselt ein Kater auf dem Dachfirst des Sun-Rooms, drinnen versucht einer, das Fenster so schnell wie möglich zu öffnen und denkt erst mal nicht darüber nach, wie der trickreiche Kater es bis aufs Dach geschafft hat. Jedenfalls - nach dem ersten Schreck gibt's ein Happy End - Kater drin, Werner erleichtert. Und warum hat Georgie so gebrüllt und gejammert? Ja, er wollte mal kurz an das Futter, aber - viel wichtiger - geradewegs aufs Katzenklo! Stinkt die Bude voll und will danach gleich wieder raus! Hätte er doch genausogut auch draußen machen können. Aber da räumt ja keiner nach ihm auf...

Da war er: Georgie, der Klettermaxe
Später habe ich dann rekonstruiert, wie er raufgekommen ist: An der Hauswand steht noch ein alter Kühlschrank, den 'Jack, the builder' zwar für sich reserviert, aber seit Monaten noch nicht abgeholt hat. Den verwendet Georgie als Zwischenstation zum Sims des Küchenfensters (das ist ein guter Platz, um Poppy drinnen zu erschrecken). Dann muß er in einem Riesensatz an der Hauswand entlang zur Regenrinne des Dachs gesprungen sein - den Sprung hätte ich gerne gesehen. Und da war er also - rauf ging's ja gut, aber runter ...

In diesem Sinne - mal schauen, wo er noch auftauchen wird.

29 Dezember 2011

It's Christmas ...

... bei Temperaturen bis zu 15° und - zwangsläufig - natürlich ohne Schnee. Nur Wind - orkanartig, tageweise. Denn irgendwas muß ja wettertechnisch geboten werden.

Weihnachten wird hier - wie fast überall außerhalb Deutschlands - am Weihnachtsfeiertag gefeiert. Christmas Eve haben wir nur zu zweit ein bißchen diniert und das war's dann auch. An Weihnachten waren wir dann aber zusammen - Eleanor mit Kids und erweitertem Anhang und die cats, nach wie vor streng voneinander getrennt, da zutiefst verfeindet.

Diesen hatte ich in Dubai ihre kleinen Weihnachtsgeschenke gekauft, die bei beiden jeweils ziemlich gut angekommen sind:

video

Danach sah es dann für Georgies Geschenk deutlich weniger gut aus. Immerhin hat's der Teppich fast schadlos überstanden...

25 Dezember 2011

Merry Christmas

Frohe Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr


Heuer zum ersten Mal in der lokalen Sprache ...

13 Dezember 2011

Almost Heart Attack

Anscheinend bekommt Georgie die freie, kühle, gute Luft nicht so ganz gut: Seit einiger Zeit hat er Durchfall; nicht immer, aber immer wieder.

Und während meiner Dubai Reise hat er es mal nicht bis zum Katzenklo geschafft - was dem neuen Teppich nicht allzu gut bekommen ist. Aber Eleanor hat gut sauber gemacht.

Als ich ihn heute morgen füttern wollte, war wieder das gleiche Mißgeschick passiert. Diesmal natürlich wieder auf dem Teppich, aber an einer anderen Stelle. Wenigstens gut sichtbar, wie könnte es auch anders sein.

Klar, daß jetzt der Vet angesagt war. Das mußte schließlich untersucht werden, ob nicht was Übles vorliegt.

Ich bekam auch gleich einen Termin heute Vormittag und machte mich mit Georgie im Tragekorb auf den Weg. So weit alles OK. Georgie ist den Korb gewöhnt, macht keine Zicken und schaut sich mal die Sache an.

Bis wir geparkt haben. Dummerweise liegt die Praxis an der Hauptstraße in Cupar, mit viel, verdammt viel Verkehr. Und einer Straßenbaumaschine. Die macht natürlich höllischen Lärm und Georgie tobt wie ein Irrer in seinem Käfig. So sehr, daß er die Tür aufbekommt und - schon ist er über alle Berge! Resp. über ein Tor gesprungen und wie der Blitz in den Gärten dahinter verschwunden.

Das war jetzt die Heart-Attack-Time (hab's aber offensichtlich überlebt).

Ich wußte nicht, wie schnell ich in fremde(n) Gärten rennen kann - aber Georgie mußte ja unbedingt gefunden werden. Er kennt weder Verkehr noch die Umgebung, und ... nicht auszudenken! Mit honigsüßer Stimme rufe ich ihn immer wieder,, versuche, ihn zu locken, wieder und immer wieder. Und dann nach einer gefühlten Ewigkeit entdecke ich ihn, wie er total verschreckt, halb unter einem Busch versteckt, anscheinend richtiggehend auf mich wartet. Aber so ganz traut er der Sache noch nicht, läßt sich nicht fassen und ist immer einen Schritt vor mir, genau so weit, daß ich ihn grade nicht greifen kann. Das Spielchen kennen wir von zuhause her - aber hier ist es ja viel ernster. Irgendwann schlüpft er dann unter einen dichten Busch und nur sein Schwanz schaut noch raus. Ja - auch wenn's übel klingt - aber so habe ich ihn wieder eingefangen.

Der Rest ist einfach: Georgie läßt alles mit stoischer Ruhe über sich ergehen; nur das Messen der Temperatur scheint ihm nicht zu gefallen, auch wenn Fr. Dr. Vet ihn beruhigend streichelt. Es wird eine Magenentzündung diagnostiziert - nichts Schlimmes, aber er muß für eine Woche lang ausschließlich medizinische Kost fressen - kein 'as good as it looks' mehr, keine Dreamies, nur medizinische Trockennahrung. Was wohl dazu führen wird, daß er ein bißchen schlanker werden wird.

Mal sehen...

... was da passiert (Bild ist schon einige Wochen alt)

12 Dezember 2011

Bootlegs ...

... was'n das?

Dachte ich , als ich davon hörte. Aber Eleanor war überzeugt, daß mir die Bootleg Beatles (aha - da sind wir jetzt) gefallen würden - Konzert am Sonntag Abend in der ehrwürdigen Usher Hall in Edinburgh. Naja - Colin (der Junge ist ein alter (!) Beatles Fan, sogar mit einem Beatles 'Karaoke' Game zuhause) wollte unbedingt hin (er hatte sie erst viermal gesehen), Lindsay kommt damit natürlich auch mit und dann war's nicht mehr weit bis zur Frage, ob wir Oldies nicht auch hinwollten.

Grade mal aus Dubai retour, wurde ich - der alte, uralte Stones-Fan - vor diese Entscheidung gestellt. Aber irgenwie kommt mit dem Alter auch das Nachlassen der Sturheit und - eigentlich, auch wenn ich das in meinen Steinzeiten nie zugegeben hätte, waren die Beatles ja auch damals nicht gerade schlecht.

Die Bootleg Beatles - Bild aus ihrer website

Ergo - wir fahren mit dem Zug nach Edinburgh. Dachten wir, bis wir die Sonntags-Abfahrtszeiten checkten. Da sowohl am Anfang als auch am Ende Hektik herrschen würde, entschließen wir uns, das Auto zu nehmen.

Unterwegs erhalten wir einen Anruf von Lindsay - Ich schaff's nicht, sitze am Flughafen in London Luton fest, weil der Security Check unter dem Andrang offenbar zusammengebrochen war - wenigstens schien die Q (queue) das zu implizieren. Colin war schon morgens zurückgeflogen (sie waren beide das Wochenende in London, aber zu unterschiedlichen Zwecken) - und natürlich entsprechend ... (to be filled in by reader). Immerhin konnte Lindsay mit ihrer Freundin Amy noch einen späteren Flug buchen und kam dann mit 1 1/2 Stunden Verspätung immerhin überhaupt noch an.

Eleanor wollte in der Nähe der Usher Hall parken - da gibt's ein Parkhaus. Toll - ganz leer, zumindest fast ganz leer. Klasse - aber jetzt wissen wir auch warum: Für 4 1/2 Stunden legen wir bei der Ausfahrt 15 (!) GBP hin (für diejenigen, die nicht umrechnen wollen: das sind über 17 € - am Sonntag Abend).

Vor dem Konzert gehen wir noch eine Kleinigkeit essen, bei einem Chinesen - nicht bemerkens- und schon gar nicht merkenswert und holen dann die bestellten Karten ab. Colin und Lindsay haben ihre Plätze in der Nähe und wir treffen Colin noch kurz vor Beginn des Konzerts. Das Ticket hat er für Lindsay  am Eingang deponiert.

Das Publikum ist wirklich interessant, gemischt: Da die Beatles ja seit über 40 Jahren nicht mehr aktiv sind, sind halt auch viele ältere Semester da. Bei manchen denke ich, daß sie endlich wissen wollen, was ihre Kinder damals so euphorisiert hat (naja, vielleicht übertreibe ich da ein bißchen). Aber aus unserer Altersklasse sind unglaublich viele unterwegs - dennoch aber auch viel Jugend (Colin ist ja auch erst in der ersten 20er Hälfte): die Jungs haben offenbar eine andauernde Faszination.

Das Konzert ist eine Zeitreise durch die gesamte Schaffensperiode - und als, ziemlich am Anfang, dann 'Roll over Beethoven' ganz phantastisch gespielt wird, ist auch bei mir irgendwie die Beatlemania ausgebrochen - das war ja wirklich ein musikalisches Highlight der Spitzenklasse. Die 4 Jungs da unten sehen übrigens auch aus wie die fab four aus Liverpool - und spielen verdammt gut, kaum vom Original zu unterscheiden. Fast alles jedenfalls. Haben ja auch ziemlich lange geprobt - die 4 Copies spielen schon seit 1980 zusammen; nur der 'neue' John ist gerade 'retired', mit 60 Jahren nach 31 Jahren John Lennon Kopie. Deshalb kommen wir in den Genuß, den neuen John auf seiner ersten Tournee sehen zu können. Klingt, spielt und sieht aus wie John - wenigstens aus der Distanz gesehen.

Die Zuschauer sind aus dem Häuschen und auch oben tanzen Oldies die Reihen entlang. Coole Schotten - nix da, heißblütig sind sie. Eine Bombenstimmung ist im Laden. Sogar die eher würdevollen Streicher auf der Bühne gehen voll mit; uns als in Penny Lane der Fireman 

And then the fireman rushes in 

From the pouring rain, very strange.

reinkommt, tauscht er sein Instrument gegen einen Feuerlöscher, dem er - very interesting - die passenden Klänge entlockt. Ist schon irre, ein Musiker im Frack mit Feuerlöscher yeah-yeahing.

Leider vergehen die 10 Beatles Jahre wie im Flug und als Tribute an die Location wird als Zugabe noch Mull of Kintyre gespielt - mit zwei Dudelsackbläsern, wie es sich gehört. Den Abschluß bildet dann noch das rockige 'Back in the USSR' - worauf wirklich auch der letzte Zuschauer aus dem Häuschen ist.

Lindsay hat's mittlerweile geschafft - sieht auch ein wenig geschafft aus - und hat wenigstens noch einiges mitbekommen. Und mir Stones-Fan hat's nicht geschadet - ganz im Gegenteil. War ein toller Abend.

Yeah, yeah, yeah ... yeeeaaahhh.

06 Dezember 2011

dies und das

Obwohl ich kürzlich ja über unseren haunted mirror geschrieben habe, habe ich in der letzten Zeit den Blog doch richtig vernachlässigt. War ja auch einiges los - aber jetzt sind die gröbsten Dinge des Umbaus ja ausgestanden und wir sind von unseren Herbstreisen zurückgekehrt.

Im Oktober waren Eleanor und ich für eine Woche auf Rhodos - mehr oder weniger zum Stress-Abbau, denn zum Haus-Stress kam bei Eleanor noch unglaublich viel in der Schule dazu. Bilder und einen Kurzbericht werde ich  noch posten.

Dann habe ich dem kühlen (zu der Zeit noch nicht kalten) Wetter in Schottland Ende November mal ade gesagt und bin in die Sonne Dubais geflogen, um endlich mal wieder Viola und Anhang zu treffen. Der Bericht ist online - mehr Fotos folgen noch.

Und was gibt's sonst noch?

Die Infrastruktur steht immer noch nicht so ganz - die Rechner sind noch nicht am Netz, sodaß ich nach wie vor mit dem Notebook arbeiten muß. Handytechnisch dagegen habe ich ziemlich aufgerüstet: Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines Galaxy Nexus mit Android Version 4.0.1. Hier in UK haben wir weltweit die ersten Lieferungen bekommen und ich war am ersten Tag dabei. Was dabei aber noch mehr eine wiegt: Ich habe einen Handyvertrag - das heißt: endlich bin ich angekommen, meine Kreditfähigkeit ist dokumentiert, ich kann ein (eigenes) Konto eröffnen. Etc. Hat wirklich lange gedauert.

Außerdem habe ich meine OneScotland Karte bekommen - mit der kann ich Oldie kostenlos in ganz Schottland Bus fahren und Zugtickets innerhalb Fife kosten nur 50 Pence. So bin ich für 50 Pence die gesamte Strecke von Cupar zum Flughafen gefahren. Nicht schlecht, was hier geboten wird.

Am Sonntag werden wir zu den Bootleg Beatles gehen - auf Vorschlag von Colin (Lindsay's Partner), der trotz seines jugendlichen Alters ein alter Beatles Fan ist. Mal schauen, was die Remakes alles zustande bringen.

Ansonsten bin ich fest entschlossen, wieder aktiver zu bloggen. Sollte es nicht so kommen - ich bin offen für Anstöße dazu.

26 November 2011

Haunted Mirror


Eleanor liebt Spiegel. Ich nicht – da sehe ich mich nämlich immer selbst… Spielt aber keine Rolle – ein Bad ohne großen (!) Spiegel ist ihrer Meinung nach einfach kein Bad. Und wenn’s zudem ganz neu ist, dann muß auch der  Spiegel gut geplant sein.

So war’s dann auch – der Platz für den Spiegel war da. Fehlte nur noch das gewisse Dings. Da es aber zig verschiedene Varianten gibt, waren wir uns nicht so ganz schnell einig geworden (ich weniger, aber Eleanor mußte sich erst noch mit sich abstimmen), welcher Spiegeltyp denn nun am besten badgeeignet sei.

Schließlich wurden zwei Spiegel nahezu gleicher Größe gekauft und zuhause begutachtet. Der erste hatte einen Rahmen – ähnlich wie die Tür – aber der Rest des Bads ist in Weiß resp. Dunkel gehalten. Paßt also nicht so ganz. Der zweite war rahmenlos, passte größentechnisch optimal, mußte aber mit Klammern befestigt werden – was den optischen Eindruck verschlechterte. Also – Entscheidung aufgeschoben.

Irgendwann war’s dann doch so weit. Mark sollte einige Dinge fertigstellen und auch den ominösen Badspiegel  montieren. Zwischenzeitlich hatten wir den gerahmten Spiegel zurückgegeben – die Entscheidung war also gefallen.

Clever, wie Mark nun mal ist, meinte er, daß der Spiegel ja genausogut auch an die Wand geklebt werden könne. Das hätte er mit der ‚wetwall‘ auch so gemacht und das würde ganz vorzüglich halten. Und – Klammern wären dadurch überflüssig. Also – der Spiegel wird geklebt und nicht geklammert. Hat außerdem den Vorteil, daß keine Fliesen durchlöchert werden müssen. Der Klebstoff sieht zwar scheußlich aus – aber den sieht man ja hinterher nicht mehr.

Zur Vorsicht wird der geleimte Spiegel noch von unten gestützt und – laut Mark – könne ich die Stützen wegnehmen, wenn der Klebstoff trocken sei. Um dies nachzuprüfen hat er eine kleine Menge auf einer Spachtel liegen gelassen. Eigentlich sollte das im Verlauf von einigen Stunden passiert sein. Bei Spiegeln bin ich aber vorsichtig. Auch als der Kleber staubtrocken war, habe ich noch einen ganzen Tag gewartet und erst abends dann die monströsen Stützen weggenommen. Sieht richtig gut aus – denke ich – und benütze mal die Toilette. Nebenbei probiere ich noch die Stellung für den noch zu befestigenden Toilettenpapierhalter aus und bin baff erstaunt, wie tief der doch montiert werden muß – gleich unterhalb des Spiegels… Erst dann bemerke ich das Übel: der verdammte Spiegel rutscht. Erdanziehung läßt grüßen, Klebstoff läßt fließen…

In aller Hektik und Eile versuche ich, das Ding wieder zu stabilisieren – es gelingt mir mit Hilfe der Wäschetrommel und einiger Asterix-Bände … was besseres war auf die Schnelle nicht aufzutreiben. Und oben – oberhalb der Spiegeloberkante – glänzt der Kleber. Scheußlich, abgrundtief scheußlich. Da Mark mir versichert hatte, daß im Falle des Falles, der Kleber nicht mehr von den Fliesen zu bekommen sei, war guter Rat teuer – oder der Fliesenleger hätte neue Arbeit bekommen. Irgendwie gelang es mir dann doch, die Fliesen wieder sauber zu bekommen – hart war der Kleber unter dem Spiegel ja nicht geworden. Mark wird noch per SMS verständigt und will am nächsten Abend kommen.

Tut er auch. Und schafft es sogar, den Spiegel ohne Scherben von der Wand zu bekommen und zudem die gesamte Wand vom Kleber zu befreien. Also -  zurück auf Los und nochmals versuchen. Ich bin mittlerweile überzeugt, daß wir besser den konventionellen Weg mit Klammern gehen sollten, bevor wir uns auf ein weiteres Klebeabenteuer einlassen. Mark hatte nämlich die glorreiche Idee, einen anderen auszuprobieren…

Also – straight forward – ein paar Dübel in die Fliesen und die Wand und dann muß das Ding hängen. Kein Problem mit dem Werkzeug, das Mark schon für den gesamten Ausbau verwendet hat (er hat natürlich ein paar Dinge mehr – einen ganzen Van voll; davon etwas später noch mehr). Die vier Löcher sind schnell gebohrt, der Spiegel hängt aber um 0,23° nicht exaktwaagrecht. Das ist auch kein Problem – eine Schraube wird ausgetauscht und dann sollte der Spiegel das Spieglein an der Wand sein.

So einfach ist es aber mit dem ‚haunted mirror‘ dann doch nicht. Gerade die letzte Schraube ist es, die Probleme macht. Und zwar völlig überraschende. Beim (Wieder-)Reinschrauben beginnt es zu zischen – wir schauen und gegenseitig an -  und Mark platzt heraus: ‚Wo ist das Sperrventil für’s Wasser?‘ Er hat – wie wir später feststellenkonnten  – ein Kupferrohr völlig mittig angebohrt – schießtechnisch eine glatte 10 (auf Englisch: into the bull’s eye). Langsam breitet sich – trotz abgestelltem Wasser, eine nette Pfütze aus, dringt rüber ins Office und findet schließlich auch den Weg durch die Decke in die Küche resp. das Eßzimmer, ins Lindsay’s Zimmer, rinnt die Wände runter: das mit der Erdanziehung hatten wir ja schon mal…

Immerhin ist das Ventil schnell geschlossen – dennoch ist die Sauerei vorhanden. Und wir wissen nicht, wie viel da noch kommen wird. Schließlich bleibts wenigstens bei einer relativ geringen Menge und nur vereinzelten Rinnsalen an den Wänden. Glück gehabt – das können die Painter reparieren – ohne allzu großen Aufwand. Aber – da das Wasser abgestellt ist, gibt’s weder Toilette, noch Dusche, noch … außer, wir erreichen den Plumber. Telefonisch geht’s leider nicht, denn es ist schon weit nach Feierabend, aber Mark will einfach bei ihm privat vorbeifahren. Und er kommt wirklich sofort zu uns – Spitzenservice, den wir aber von ihm sowieso schon kennen.

Mark ist total aufgelöst und als über die Reparatur diskutiert wird, nimmt er ein falsches Maß (leider ist die Außenwand des Bads nicht auf der gleichen Höhe, wie die Außenwand des Offices) und macht ein ziegelsteingroßes Loch in die Wand, wo halt kein Leck ist. Und dann noch eins, wo das Leck ist. Schön gescheckt sieht jetzt die Wand in meinem Office auf. Jedenfalls hat’s geholfen und auf irgendeine mysteriöse Weise wurde das angebohrte Stück Kupferrohr entfernt und ein neues eingesetzt. Also gibt’s wieder Wasser und morgens kann auch geduscht werden.

Ein paar Tage später kommt Mark und verspachtelt die beiden Löcher, sodaß sie später übermalt werden können. Laut seiner Aussage wird man dann nichts (!) mehr von dem Unglück sehen. Und außerdem – hängt der Spiegel jetzt ohne Leck und ganz waagrecht (wahrscheinlich um 0,03° nicht waagrecht - aber das zählt nicht). Das Übel ist also fast ausgestanden – fehlt nur noch das Abschleifen der Löcher und schließlich das Übermalen.

Auch das will Mark noch machen – Wiedergutmachung, auch wenn wir gar nicht darauf bestehen. Also kommt er eines Nachmittags wieder vorbei – grüßt mich freundlich – und ohne Übergang bricht’s aus ihm raus: ‚That’s a catastrophy.‘ Was war passiert? Beim Öffnen der Hecktür seines Vans ergießt sich ein ganzer Kübel weißer Wandfarbe über die Stoßstange auf die Straße. Natürlich sieht’s innen entsprechend aus – alles Werkzeug ist ‚geweißelt‘, der Boden trieft von dickem Weiß, zugeschnittenes Holz ist betroffen, etc. Schnell geht jetzt gar nix – der Wagen muß komplett entladen werden, dann spritzen wir mit dem Schlauch alles mögliche mal ab – was der dunklen Straße einen netten hellen Schein gibt. Und dann schicke ich ihn zum Car-Wash-Service. Und dort bringen sie den Laderaum doch glatt noch sauber – so sauber, wie er wohl schon seit einiger Zeit nicht mehr war. Aber die Utensilien muß Mark halt doch noch reinigen. Jedenfalls nach mehreren Stunden Reinigung geht er an die Reparatur der Löcher – und das wird wirklich schön. Das Übermalen überläßt er (auf mein Anraten) den Painters – der Spiegel hat schon genug Unheil angerichtet.

Also – jetzt hängt der Spiegel, das Wasser läuft, die Wand ist zugegipst und es fehlt nur noch die richtige Farbe. Da hoffe ich aber, daß jetzt genug ‚verwünscht worden ist, und die letzte Etappe unfallfrei über die Bühne geht.

07 Oktober 2011

The GREAT Moving Day

Heute - ist der große Tag: Nach 102 Tagen Wartezeit sind endlich meine Sachen geliefert worden. 102 Tage mußten sie im Lager in  Glenrothes ausharren und ich ohne Infrastruktur und mit minimalem Backing an allem auskommen.

Anyway - geschafft. Ins Haus, aber noch nicht an die endgültigen Stellen...

Wo soll denn das alles hingeräumt werden?
minimierter Arbeitsplatz
Heute ist also wieder mal ein LKW vorgefahren, drei kräftige Männer haben zugelangt (keiner, der ein Gesamtkunstwerk dargestellt hätte) und - schwupps - schon war der 7,5 Tonner entladen. Hat grade mal 1 1/2 Stunden gedauert, bis ...

  • Wohnzimmer und Office wieder vollgestellt waren
  • wir wieder die gegenüberliegenden Wände NICHT mehr sehen können (grade hatten wir uns daran gewöhnt, daß das Haus mehr oder weniger aufgeräumt aussah)
  • wir feststellen konnten (was ich zuvor schon dem Bauunternehmer einige Male erläutert hatte), daß Kühlschrank und Wäschetrockner im vorgesehenen Raum nicht Platz haben.
Aber - die Profis wissen ja alles besser. Bzgl. Kühlschrank meinte er mal: Im Notfall verschieben wir die Küche um einige Zentimeter - that's no problem - we only provide solutions... Immerhin scheint der aber reinzupassen, wenn die Fußbodenleisten entfernt werden. Wie weit die Wand darunter leidet - naja, das sehen wir noch. Und der Trockner sollte im unteren Bad aufgestellt werden - hinter zwei Türen, die genau eine Öffnung von 60cm aufweisen. Denkste - da gibt's ja noch die Scharniere - und wenn also die Bruttoöffnung auch 60cm ist, so ist sie netto halt nur 57cm. Bei einer Trocknerbreite von 60cm. Muß halt wieder demontiert werden...

Jedenfalls aber - meine Sachen sind da - und wir haben wieder ein arbeitsreiches Wochenende vor uns.

Übrigens - Poppy fand sofort Gefallen an der Unordnung und machte es sich gleich auf einem Stapel Kartons bequem:
 
Poppy genießt den Ausblick



09 September 2011

Reif für die Insel?


Oder – wie man ein Insulaner wird…

Also mal vorab: Ich wohne schon seit Ende Juni in Schottland und beginne erst jetzt, meinen Blog ein bißchen upzudaten. Es hat etwas (naja – lange) gedauert, es ist dennoch viel passiert (sogar ein Urlaub in Portugal) – aber einfach so viel, daß keine Zeit (und Lust) für Bloggen war. Aber – es wird schon wieder.

Auf die Insel zu kommen, war – siehe den Umzugsbeitrag – zwar aufwendig, aber nicht gerade problematisch. Physisch zumindest. Ich war also angekommen, hatte ein Dach über dem Kopf (wenngleich manchmal etwas zugig, da ja noch nicht alle Wände fertiggestellt waren) und dachte, das sei wohl alles gewesen. Aber denken sollte man erst dann, wenn man mehr weiß. Und das ist jetzt der Fall.

In Tölz hatte ich schon meinen Personalausweis (natürlich den Neuen, digitalen, high-end mit Chip und PIN) ändern lassen auf: ‚Kein erster Wohnsitz in Deutschland‘ , wenngleich die Dame, die bei meinem Sachbearbeiter im Office sitzt, da noch Einwände hatte. Sprach zum Kollegen: ‚Weißt Du, ob der da (damit war ich gemeint) überhaupt ins Ausland zieht? Du kannst doch nicht so einfach den Wohnsitz auflösen!‘ Die Zenzi hatte mich schon mal furchtbar genervt und versuchte das zum Abschied in Tölz nun wieder. Immerhin hatte ich aber einen netten Sachbearbeiter erwischt, der alles sinnvoll und richtig geregelt hat.

Damit müßte dann wohl alles erledigt sein. Bis auf den Eintrag im Paß, was im Generalkonsulat in Edinburgh zu erledigen sei. Nae botha (no bother), wie die Schotten zu sagen pflegen.

Irgendwie ahnte ich aber schon intuitiv, daß das alles nicht so einfach sein würde. Denn die Briten haben ja keine Meldepflicht. Man wohnt einfach irgendwo, und die Jungs und Mädels vom Staat müssen mal schauen, wie sie damit klarkommen.

Und die Zugereisten.

Das erste Problem trat dann bei der Bank auf. Ich wollte ein Konto eröffnen, um Geld aus Deutschland darauf zu transferieren. Denkste – so einfach geht das nicht. Aussage bei mehreren Banken: Da müssen Sie nachweisen, daß Sie hier leben. Und – bitte – wie soll ich das nachweisen? Möglichst durch Community Bills, die ich von meinem Konto (!) bezahlen würde. Wie pflegt man zu sagen: Deadlock oder Catch22. Klasse. Und jetzt? Wie lösen wir das Problem? Na, da hilft vielleicht die gute alte Bundesrepublik Deutschland. Mit ihrem Konsulat in Edinburgh.

Telefonisch bekomme ich die Auskunft, daß der Paß natürlich problemlos geändert werden könnte. Ich müßte halt einen Nachweis des Wohnsitzes bringen.  Toll – und wie bitte? Etwa durch Community Bills – wie also Strom- oder Gasrechnung, etc. Nach einigem hin und her hatte ich den Beamten aber am Telefon so weit, daß er auch andere Rechnungen als Nachweis akzeptieren würde, wie etwa die über den neuen Boiler, den wir einbauen lassen mußten.

Daraufhin düse ich also per Bahn nach Edinburgh (Auto hatte ich ja noch keins – von welchem Konto hätte ich es, die Steuer und die Versicherung bezahlen sollen?) finde eine nette Wohngegend  und an einem der Stadthäuser die deutsche Fahne. Aha – da bin ich richtig. Klingel scheint’s nicht zu geben, aber irgendwelche aufmerksamen Bediensteten, die die Tür öffnen. Dahinter ist ein kleiner Eingangsbereich, in dem einige Leute sitzen, diskutieren, reden, Broschüren studieren, etc. Eine Sammlung von Menschen, die alle irgendwas vom Konsulat wollen.

Ich bringe also mein Begehr vor, denke, daß ich dann zu einem Sachbearbeiter komme, bekomme meinen Paß abgenommen und soll warten. Im Eingangsbereich. Noch nicht mal ein Wartezimmer ist vorhanden. Und dann ist mein Paß und die nette Rechnung auch noch weg. Beiläufig bekomme ich die Art von Problemen mit, mit denen die Menschen hier ankommen: Besonders ein frisch verheiratetes Paar (beide über 70…) ist lautstark am lamentieren, was denn das für unverschämte Regularien seien. Kiloweise hätten sie schon Unterlagen angeschleppt, und jetzt noch das (was, das hat mich nicht interessiert…).

Nach einiger Zeit kommt eine junge Dame und ruft meinen Namen auf: Jetzt also geht’s los, denke ich. Aber weit gefehlt: Der neue Wohnort ist eingetragen, fein säuberlich in Handschrift (!) aber immerhin mit einem offiziellen Stempel. So easy. Ich bin also ganz erleichtert, will mich vor der Bahnfahrt noch physisch erleichtern und frage – auf Englisch – nach einer Toilette, worauf ich die Antwort bekomme: ‚Sprechen Sie auch Deutsch?‘ Das war’s dann; auch wenn die Dame vielleicht eine Werkstudentin war – Englisch in seiner einfachsten Form sollte man wohl voraussetzen können. Insbesondere, wenn der Arbeitsplatz in Edinburgh ist.

Jetzt also wohne ich in Schottland – und nix kann mehr schiefgehen!

Der Spiegel und der Heise-Verlag haben in der Zwischenzeit auch schon ihre Magazine nach Cupar gesandt. Läuft also alles prima.

Jetzt will ich mal mein Prepaid Handy in einen Vertrag umwandeln. Bei phones4u wird einem gut geholfen. Ich suche einen passenden Vertrag – viel Internet – und will ihn abschließen. Bezahlung per Kreditkarte. Nein, das geht nicht, das muß vom Konto abgebucht werden. Also gehen wir zur nächsten Bank, lassen uns beraten und hören dann, daß das Konto nicht eröffnet werden kann, wenn ich nicht mindestens 6 Monate in UK gelebt habe. Wie bitte? Ich hab doch den Nachweis, daß ich hier wohne im Paß! Interessiert nicht; die 6 Monate müssen sein. Juristisch gesehen, nicht haltbar (laut EU-Recht) aber im Zweifelsfall gibt’s halt eine andere Begründung.

Langsam frage ich mich schon, wie das weitergehen soll. Noch nicht mal einen Handyvertrag kann ich abschließen und die Banken weigern sich auch, über die Grenzen zu schauen – und etwa eine Schufa Auskunft aus Deutschland zu akzeptieren. Das war dann auch der absolute Tiefpunkt meiner bisherigen Zeit in Schottland.

Letzter Versuch: Eröffnung eines gemeinsamen Kontos mit Eleanor zusammen. Bei ihrer Bank, bei der sie seit Jahrzehnten eine gute Kundin ist. Gesprächsverlauf wie gehabt: Da müssen Sie 6 Monate in UK gelebt haben. Wir wollen aber doch nur ein GEMEINSAMES Konto! Da platzt mal Eleanor der Kragen und sie droht, alle Konten auf eine andere Bank zu verlegen – was offenbar doch etwas Nachdenken verursacht. Jetzt ist zum ersten Mal irgendwo goodwill festzustellen und – ob man’s glaubt oder nicht – 3 Arbeitstage später ist das Konto eröffnet, Rechnungen können bezahlt werden, die Autoversicherung und –steuer ebenfalls, usw.

Also fahre ich jetzt meinen neuen weißen Altea, habe einen interessanten Mobilfunkvertrag und alles läuft richtig.

Endlich – angekommen.

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PS .... da war doch noch was: Wir haben uns beim David Lloyd Center in Dundee zum Sport angemeldet: Fitness, Tennis, Schwimmen, ... Klar, daß wir eine Partnermitgliedschaft beantragt und auch bekommen haben; die ist nämlich billiger als zwei Einzelmitgliedschaften. Soweit so gut; bis mich dann eines Tages eine Dame vom DLCenter anrief und freundlich fragte, ob Eleanor und ich auch wirklich ein Paar seien. Das ginge nämlich aus meinem Paßeintrag nicht hervor, der ja nur Cupar als Wohnort festlegt. Meine Anfrage, ob sie zur Bestätigung vielleicht auch noch ein Bild des Schlafzimmers (mit oder ohne Bewohner) haben wollten, hat sie denn dann doch verneint. Aber - so einfach ist der Nachweis doch nicht, denn sogar die Kontoauszüge des gemeinsamen Kontos kommen getrennt an Eleanor und mich - aber natürlich an die gleiche Adresse. Wer's versteht ... Jedenfalls ist DLC jetzt zufrieden mit den Nachweisen.

27 Juni 2011

pre move- on the move (and anywhere else) - post move

Tja - dann war da nur noch der Dienstag. Erwin hatte sich verdienterweise den Tag umzugsfrei genommen und da war ich nun. Mit einem Haufen Zeugs, vielen gepackten Kisten (von den original geschätzten 15 hatten wir schon lange Abstand genommen - wie zu erwarten) und immer noch Ladungen voll für den Sperr- und sonstigen Müll. Und es blieb ja nur noch ein Tag.

Da die Deponianer ja alles möglichst sortiert haben wollen, habe ich mal vorsortiert - aber wieder hat die Relativitätstheorie zugeschlagen: je länger, desto mehr Sperrmüll und weniger sortierter Müll. An der Deponie ist ja immer noch Zeit. Vielleicht.

Irgenwie verrinnt dabei die Zeit immer mehr. Und schon ists Nachmittag. Die Rennskates müssen noch nach Lenggries und einen neuen Besitzer finden (wieder mal mit Tränen in den Augen), die Wohnungsschlüssel und die von Eva und Markus deponiert, ein Goodbye bei Corinna und Jochen gemacht werden, etc. Klar, daß dann alles nicht so schnell klappt, wie erwartet. Max adventure ist nicht da (ich hätte mal seine Ansage hören sollen, daß sein Laden am Dienstag geschlossen ist; er wollte dennoch bis 14:00 im Shop sein - war's aber dann doch nicht. Also werden die Skates bei der Bergbahn abgegeben, wo sie mich mit großen Augen anschauen, als hätte ich ein Verkehrsmittel vom Mars mitgebracht. Wollen die Dinger aber an Max weitergeben und nicht das Brauneck runterdüsen, falls mal die Bahn ausfallen sollte.

Als Schlüsselzentrale hatte ich mir Eli ausgesucht - sie sollte einen Set meiner und E&Ms Schlüssel aufbewahren. Das wollte sie auch gerne tun und nach der Brauneckbahn bin ich da gleich hingedüst. Hatte jedoch nicht mit ihrer Gastfreundschaft gerechnet, die sowohl Kaffee als auch Kuchen mit einschloß, nett, wie sie halt mal ist. Und damit halt etwas länger dauert, als eigentlich geplant. Macht nix, färbt den innerlich tristen Tag mit heiteren Farben auf. Corinna ist dann leider allein im Laden, weil sich Jochen das Knie MRTen oder CTen läßt. Schade, hätte mich auch gerne von ihm verabschiedet, auch wenn's dann zwei Espressi lang gedauert hätte und nicht nur einen...

Dann geht's endlich Richtung Deponie, wo sie mich zwar nicht sehnlich erwarten, aber immerhin wiedererkennen. Hat schon Vorteile, wenn man einen besonderen Umzug tätigt. Oder auch Nachteile, weil damit jeder Müll wirklich adäquat vermüllt werden muß; da bist Du dann einfach im Auge aller (nicht notwendigerweise der Dorn, aber dennoch drin).

Jedenfalls wünschen sie mir alle viel Glück für die Zukunft und sind wohl ganz froh, daß in Zukunft ein 'Müller' weniger kommt. Was nicht ganz zutrifft, denn den Part übernehmen morgen Erwin und Traudl. Mit dem 'Restmüll' resp. allem, was nicht mehr reinpaßt oder last minute rausgeschmissen wird.

Auf dem Weg nach Hause nehme ich noch eine Flasche Prosecco für die Mädels vom Friseur mit - es bleibt keine Zeit, um mit ihnen anzustoßen.

Daheim bleiben nur noch 1 1/2 Stunden für das Gröbste, danach geht es zur AV Abschiedsfeier, die Helmut für mich organisiert hat - ein wirklich schöner Abschied aus der Gruppe, mit der ich viel Freude auf den Bergen hatte. Davor will ich noch den Prosecco bei Barbara und Martina vorbeibringen - liegt ja sowieso auf dem Weg. Nach den 90 Minuten bin ich ziemlich platt und eigentlich nicht mehr für eine Fete geeignet - macht nix, da muß ich einfach durch! Noch kurz die Geldbörse mitnehmen und los. Aber - die ist irgendwo, nur nicht da, wo sie hingehört. Das letzte Mal hatte ich sie beim Kauf des Prosecco - wird also schon irgendwo sein. Und dann wird abgedüst. Martina ist richtig erfreut über das kleine Geschenk und so wird's ein herzlicher Abschied von meinen Tölzer Haircuttern, die auf meinem lichten Haupt immer noch einige Härchen zurechtschneiden konnten.

Interessanterweise bin ich dann der erste beim Abschiedsfest und düse deshalb nochmals zurück zum Laden, um nach meiner Börse zu fragen. Ist ja schon ein bißchen wichtig - grade vor dem Umzug - wenn darin Führerschein, (neuer) Personalausweis, Kredit- und EC-Karten und noch so einige Kleinigkeiten versammelt sind. Aber dort ist sie auch nicht. Was meine lieben AV-Freunde zu viel wohlgemeinten Ratschlägen anregt. Und Angelika sogar zu einer intensiven Durchsuchung meines Scirocco. Was aber auch nix bringt.

Jedenfalls sind die paar Stunden in der abendlichen tölzer Sonne im Kreis von 10 Freunden wirklich schön. Jeder hat etwas gutes zum Essen mitgebracht,  und auch einige Anekdoten, die mir vielleicht entfallen könnten. Als Krönung hat Helmut nicht nur ein Fotobuch mit Bildern von Touren gemacht, sondern sogar viele Gruppenmitglieder jeweils einen eigenen Gruß für mich reserviert. Bei so viel Freundschaft bin ich richtig gerührt und finde - glaube ich - gar nicht die richtigen Worte. Was solls - die Freundschaften bleiben ja bestehen, auch über Distanzen weg.

Zuhause bekomme ich dann noch von Eleanor weitere gute Ratschläge für die Börsensuche. Nach dem Telefonat und einem weiteren kurzen Überblick mache ich mich daran, die nachmittags gepackten Dinge wieder auszupacken - denn wo sollte das gute Stück denn auch sonst sein? Reden wir nicht lange drumrum: Sie liegt - natürlich - genau da, wo sie liegen sollte und auch normal immer liegt. Anscheinend war ich nachmittags so müde, daß ich einfach nichts mehr gesehen habe ... und später hab ich einfach nicht mehr daran gedacht, da zu checken. Paßt genau - jetzt muß nochmals gepackt werden...

Da aus meiner Sicht noch sooo viel zu tun ist, wache ich nach kurzem Schlaf um 02:00 auf, und beginne ein frühes Tagwerk. Erwin hat sich und Traudl für 09:30 angekündigt und davor sollte ich noch meinen Scirocco  an den Mann resp. zum Autohaus bringen, die nötigen Verträge für den Weiterverkauf unterzeichnen, das Gefährt checken lassen und mich zudem noch von ihm trennen. Was nicht so ganz leicht ist. Aber passieren muß.

Ab 09:30 beginnen wir dann mit dem Umzug - oder eher: Runterzug: Erwin läßt es sich nicht nehmen, selbst die Kisten zu schleppen, nach einiger Zeit mit Benny, der auch noch angekommen ist, und läßt damit den engagierten Umzugshelfern nur noch die richtig schweren Trümmer übrig. Und das, was nicht bis 11 zu schaffen ist. Dann geht alles hopplahopp: Karsten kommt an, mit dem Schlafzimmer, das er schon früher in Germering aufgeladen hat. Und die beiden Umzugshelfer erscheinen auch pünktlich. Wie erwartet ist einer von ihnen ein gerahmtes Gesamtkunstwerk, wenn er sich mal wieder durch einen Türrahmen durchwindet... Aber mit so vielen Helfern leert sich die Wohnung rapide. Und Georgie weiß überhaupt nicht mehr, was passiert. Er ist einfach nur noch aufgeregt.

Gegen Mittag schlägt dann die schwüle Hitze zu. Karsten ist total durchgeschwitzt und hat noch nicht mal frische Klamotten dabei. Der braucht sicher was zum Wechseln. Und alle andern noch was zum Lunchen - ist schon verdammt kräftezehrend. Traudl und ich machen uns deshalb auf,  Bad Tölz von Leberkäs- und Bratensemmeln leerzukaufen und passende T-Shirts, Socken und Unterhosen für Karsten zu besorgen...

Nach einigen Leberkäs- und anderen Semmeln ging’s dann ans restliche Verladen. Herr Gesamtkunstwerk und sein Partner hatten sich schon vor der Mittagspause verabschiedet – die schwersten Dinge waren verladen. Blieben noch eine Menge kleinerer Dinge und dennoch haben wir den 7,5 Tonner nur irgendwie zu 60% voll bekommen. Karsten sei Dank – er ist ein toller ‚Verstauer‘.

So langsam leerte sich also Wackersberger Strasse 7, Wohnung 12 – ein trauriges Bild und es kamen schon so einige melancholische Gedanken auf.

Leere - im Wohnzimmer
Aber dafür blieb nicht viel Zeit, denn es ging ja noch bis nach Koblenz. Also wurden noch einige Leerwohnungsfotos geschossen – mit dem Handy, Fotoequipment  war ja schon verpackt und im LKW – und dann begann Tölz zu weinen. Wenigstens interpretierten wir das so: Es begann ein Wolkenbruch mit Hagelschauer und einer unglaublichen Menge an vertikalen Wassern. Mehr hätte der Himmel wirklich nicht heulen können.

Auszug - der Himmel weint  über Bad Tölz...

Ich gestaltete dann aber den Abschied kurz und wenig nachdenklich – war auch besser so. Kurzbesuch bei Geli und Michael, brüderliche Verabschiedung von Erwin, schwägerliche von Traudl und das war’s dann schon. Karsten war frisch geduscht in seinen neuen Sachen, Georgie im größeren Käfig und dann konnte es losgehen – Richtung Schottland, in Etappen. Noch in Tölz sahen wir die Nachwehen des Wolkenbruchs – es war Wasser aus Kanaldeckeln übergelaufen, Steine waren auf die Straßen geschwemmt worden – na denn, immerhin bleibt der Abschied wenigstens wettertechnisch bemerkenswert.

Georgie war anfangs bemerkenswert ruhig und genoß es anscheinend, zwischen Karsten und mir zu sitzen, und die Umgebung anzuschauen. Im Lauf der Zeit wurde es ihm aber recht langweilig und während eines Staus entschlossen wir uns, ihn aus dem Käfig rauszulassen und auf meinem Schoß sitzen zu lassen. Was er dann mit bemerkenswerter Ruhe tat: Mit vollem Gewicht auf meinem rechten Arm liegend, die Gegend von Augsburg bis weit nach Stuttgart beobachtend. Bis mir schier der Arm abfiel. Ihm scheints aber gefallen zu haben. Leider ging’s nicht ganz staufrei weiter und so kamen wir erst nach 23:00 in Koblenz an, bei Karsten und Brigitte zuhause, wo wir die Nacht verbringen wollten. Georgie fühlte sich anscheinend sofort zuhause und inspizierte das Haus intensiv. Nach irgendwelchen 600 km im Käfig oder auf dem Schoß mußte er sich einfach bewegen. Und ich ins Bett, das er dann – wie gewohnt – gleich mit mir teilte.

Der nächste Morgen kam dann – nicht überraschend – viel zu früh. Sogar sehr viel zu früh. Nach der Dusche war ich aber wieder in der Lage, verständliche Laute von mir zu geben, wenngleich immer noch nicht allzu viele. Auch das bemerkenswert üppige Frühstück (thx to Brigitte) war kein richtiger Aufwecker, auch wenn zwischenzeitlich Georgie mal wieder vom Küchentisch oder der Arbeitsfläche in der Küche vertrieben werden mußte. Viel Zeit hatten wir ja sowieso nicht, denn wir wollten gegen 15:00 in Amsterdam sein, um die Fähre nicht zu verpassen.

So kam es ganz zu Pass, daß die Fahrt Richtung NL relativ eintönig verlief und – gottseidank – nahezu staufrei. Nichts Aufregendes hat meine Döserei  gestört, noch nicht mal die bemerkenswert mickrigen holländischen Berge…Georgie, den offenbar nur Städte faszinierten und der an Landschaft schon normalerweise nicht wirklich interessiert war,  war mangels Abwechslung schon mal vorsichtshalber auf einen Platz unter dem Beifahrersitz ausgewichen. Sogar da war’s offenbar abwechslungsreicher als in den Niederlanden.

Karsten - konzentriert, die holländischen Pässe sind gefährlich...
In Amsterdam haben wir uns bei der Suche nach dem richtigen Hafen das einzige Mal auf der Reise verfahren, sind aber nach einem kurzen Umweg gut dort angekommen.

Und dann begann Georgie’s Story.

Erst mal wurden wir in eine Schlange für LKW’s gelotst. Soweit, so gut. Dann der Check-In. Kein Problem, mit Ausnahme des dritten Passagiers. ‚LKWs transportieren normalerweise keine Tiere – keine Ahnung, was ich da machen muß.‘ So der Beamte. Holte auch noch seinen Boß – Ergebnis: Georgie muß auf der Passagierseite eingecheckt werden. Kurzerhand wird der LKW irgendwo geparkt und wir kommen über den Ausgang in den Passagierteil des Terminals. Do geht’s dann irgendwie nicht weiter, aber viele Leute freuen sich über meinen felligen Partner. Hilft aber nix. Irgendwo am anderen Ende – eigentlich dem Eingang müssen wir uns dann geduldig in eine Schlange einreihen, um dann informiert zu werden, daß Georgie’s Ticket eigentlich nicht gültig ist, weil es von einem Reisebüro ausgestellt worden sei und nicht direkt von der Fährgesellschaft. Einige Diskussionen später hatten wir aber die Schalterdame soweit beackert, daß sie uns eine Sondergenehmigung gab – weil ja schon ein  Hund auf der Fähre transportiert werden sollte. Hab zwar keine Ahnung, was das für eine Begründung ist, aber mir war’s zu dem Zeitpunkt egal. Nur irgendwie rauf auf’s Schiff mit Georgie. Es folgten noch weitere längliche Erläuterungen (ein Ohr rein, das andere raus), dann wurden die Papiere gecheckt, der Chip gelesen, kontrolliert, daß der Chip wirklich zum dem im Paß definierten Georgie paßt, noch ein bißchen rumtelefoniert und irgendwann waren wir durch. Und die Dame ganz nett geworden.

Das Terminal in Amsterdam
Jetzt mußten wir uns wieder durch hunderte von Leuten wühlen, die alle eine andere Richtung einschlugen. Nur wir wollten ja zurück zu unserem LKW. Anyway – irgendwie kamen wir wieder zu unserer Ein-/Ausgangstür und von dort zum LKW. Geschafft. Fast. Jetzt mußte natürlich wieder eingecheckt und ein Sticker (‚this truck carries animals‘) an der Windschutzscheibe befestigt werden, ein Warnhänger (damit gleich zu shene ist, daß ein wildees Tier im LKW sitzt) sollte am Innenspiegel aufgehängt werden, was sich als problematisch rausstellt, wenn kein Innenspiegel vorhanden ist. Aber mittlerweile waren wir die Ruhe selbst geworden. Und die Quelle der Probleme: Georgie hat überhaupt nicht aufgemuckt und war die Geduld in Person. Und neugierig, was so alles passieren sollte.

Nein - das war nicht unser Eingang - durch die rostige Tür ...

... aber da hatten wir dann richtig Platz zum Reinfahren
 Schließlich wurden wir als letzter LKW auf die Fähre gelassen, nahmen unsere Siebensachen und Georgie in die Hand und marschierten Richtung Kabinen ab. Wo wir dann von einigen Stewards angehalten wurden, weil ‚the cat has to go into the kennels‘ – resp. anmial hotel genannt. Irgendwie war damit mein Faß zum Überlaufen gebracht worden. Ich hatte einfach keine Lust mehr, alles zu akzeptieren, was mir vorgesetzt wurde. Der Boß der Stewards erläuterte dann die ‚Company Policy about animals‘ und daß er ‚leider‘ nicht darüber hinwegsehen könne. Entgegen den Rules aber könnten wir jedoch während der Fahrt jederzeit und beliebig oft den Georgie besuchen. Immerhin ein Entgegenkommen.

Das Animal Hotel entpuppte sich dann als Kajüte – weit unten – mit einem Dutzend großer Käfige und einem Riesenklo – Gemeinschaftstoilette für alle, also Hunde, Katzen und wasauchimmer anderes Getier. Logo – wir brachten natürlich Georgie’s persönliches Klo und ihn in einem der großen Kästen unter. Und später stellte sich heraus, daß er das Hotel doch allein bewohnen durfte – also nix wie raus aus dem eigenen EKH und dem großen Gefängnis. Mittlerweile waren Karsten und ich nicht mehr die einzigen, die sich um Georgie bemühten. Ein 9 jähriges Mädchen hatte uns die letzte Zeit begleitet – ein Mädel aus Frankfurt, das eigentlich aus Edinburgh stammte und mit der Familie auf Rückreise in die alte Heimat war. Sie bat darum, Georgie auch ohne uns besuchen zu dürfen – klar, daß wir das erlaubten. Und dann wäre da ja noch der  kleine Bruder, der Georgie sicher auch gerne kennenlernen möchte… Mal sehen, wie das ausgeht.

Mittlerweile glaube ich ja, daß Georgie der einzig ruhende Pol in der ganzen Gesellschaft war; er nahm alles gelassen, genoß die vielen neuen Gerüche, die neuen Umgebungen und war anscheinend meist recht zufrieden.
 
Eingeschränkter Horizont - Innenkabine mit bewegtem Boden
Schließlich bezogen wir unsere Kajüten mit dem recht geringen Fernblick –Innenkabinen tendieren dazu, einen sehr beschränkten Horizont zu besitzen - und fanden dann den Weg zur ‚Driver’s Lounge‘. Ein etwas hochtrabender Begriff für Trucker Kantine. Aber es gab Kaffee, eine Art Espresso, ein paar kalte Getränke und die Aussicht auf das Abendbuffet. Getrennt einzunehmen von den übrigen Passagieren, denen man unseren Anblick offenbar ersparen wollte. Aber dafür wurden wir auch nicht in ein Zeitraster eingefügt, sondern konnten unser Dinner anytime zu uns nehmen. Die ‚normalen‘ Gäste mußten sich für eine von drei Seating-Times entscheiden  und saßen dann zudem recht dicht gedrängt an den Tischen. Bringt also schon Vorteile mit sich, ein Trucker zu sein.

Vor dem Lunch unternahm ich noch eine Schiffserkundung, fotografierte ein bißchen rum und war baff erstaunt, über die Kühle und den starken Wind trotz fast wolkenlosen Himmels. Erstaunen hin oder her – da hab ich mir eine saftige Erkältung zugezogen, die weit über eine Woche anhält und jetzt immer noch nicht abgeklungen ist.

Mein Ferry-First-Erlebnis wurde schließlich vom Dinner abgeschlossen, das sich als bemerkenswert gut herausstellte. Wir genossen mehrere Gänge und fielen danach – und einem Kontrollbesuch bei Georgie – totmüde ins Bett, resp. die Koje. Wahrscheinlich wäre ich nie mehr aufgewacht – so müde war ich inzwischen – hätte nicht Karsten mal geklopft und gesagt, daß er gleich mal frühstücken wolle. Und Georgie besuchen. Der hatte in der Nacht noch mehrfach Besuch bekommen: Von unserer kleinen Freundin gegen 4 Uhr, dann von deren Bruder und schließlich noch von deren Mutter. Über mangelnde Aufmerksamkeit konnte er sich also sicher nicht beklagen. Wie auch nicht die Stewards,  die ja jeden Besucher begleiten mußten…

Da wollte ich nicht auch noch runterlatschen und den Kleinen in seiner Ruhe stören - bis Newcastle war's ja nicht mehr weit und er würde sich sicher dann noch mehr über mich freuen. Also noch in Ruhe gefrühstückt - schon in der Einfahrt zum Hafen - und dann wurde angelegt, die Menschen begannen etwas hektischer zu werden, unsere Frankfurt/Edinburgh Freunde verabschiedeten sich noch von uns und auch von Georgie, den Karsten mittlerweile ent-cat-hotelt hatte. Freude allenthalben. Und wir sind die letzten, die das Schiff verlassen dürfen - also definitiv keine Eile.

Die Insel - nein, noch nicht Schottland - hat sich zu unserer Ankunft in feinstes Sonnenlicht getaucht, wunderbares Wetter besorgt und so ging's dann los zur letzten Etappe. Wobei wir immer noch nicht so genau wußten, was denn nun noch mit Georgie zu tun sei. Schließlich wurden wir in eine Reihe LKWs und PKWs eingewiesen, fuhren an Immigration vorbei (kein Paß für Georgie nötig) und dann beim Zoll. Wo eine nette Dame uns freundlich fragte: 'Oh, you've got a cat on board!' Eigentlich keine Frage, mehr eine Feststellung und nachdem ich Georgie hochgehoben hatte und ein mixed Zollchor ein 'ohhh, what a lovely cat' ausgestoßen worden war, waren wir auf einmal in UK gelandet. Ohne Probleme, ohne Einreisehindernisse für Georgie, ohne Vet (Tierarzt) und schon auf dem Weg Richtung Norden. So einfach kann's denn auch sein - wenn zuvor schon jede Menge Komplikationen aus dem Weg geräumt worden waren. Sooo einfach stellte sich aber der Umgang mit den britischen Behörden später doch nicht raus - davon aber wo anders. Immerhin waren wir alle jetzt Insulaner (Karsten nur temporär) und schon fast in Schottland.

Was aber noch einige Stunden Fahrzeit benötigte. Georgie hatte sich so an seinen Untersitzplatz gewöhnt, daß er auch auf der letzten Etappe nicht mehr hochkommen wollte - hatte wohl in kurzer Zeit genügend gesehen und wollte einfach nicht mehr aufnahmefähig sein. Dann ging's schon um Edinburgh rum (City Bypass), über die Forth-Bridge und Richtung Glenrothes. Zur Fife Group, von der wir einen Self-Storage Container angemietet hatten, weil - laut Eleanor - dank der Umbauarbeiten kein Platz im neuen Zuhause wäre. Auch nicht für Dinge des täglichen Gebrauchs (Anmerkung: Was sich eher als Untertreibung herausstellte - aber auch davon später mehr). Self Storage impliziert irgendwie, daß man da selbst tätig sein sollte. Hatte ich ursprünglich mal gedacht und angewiesen, daß wir keine Ausladehilfe benötigen würden. Nach Ankunft und drei Tagen auf Achse sehen die Dinge aber ganz anders aus! Hilfe wird dringend benötigt, auch wenn Karsten das allein machen könnte. Und auch wenn nur 60% Volumen des 7,5 Tonners benötigt worden waren. Glücklicherweise waren da gerade zwei Angestellte mit einer Beladung fertig geworden, die wir dann gleich engagierten. Und den diensthabenden Manager (Rentner) gleich mit. Und so ging's dann doch recht flott, wenngleich wir einen größeren Container benötigten, als vorgesehen. Da steht das Zeugs nun rum und wartet darauf, bis das Haus einzugsbereit ist. Mal sehen, wie lange das noch dauert (heute ist der 30.07. ...).

Eleanor war mittlerweile auch angekommen - im Arbeitsstreß, End-of-Term-Streß, Umbaustreß und vielleicht noch weiteren Streßfaktoren - sie hat dringend eine Auszeit verdient (und ich auch - wenngleich das wieder mal subjektiv ist). Wir begleiten Karsten zu seinem Hotel und nehmen gemeinsam noch ein vorgezogenes Dinner zur Feier des Tages ein. Karsten ist vom schottischen Bier angetan - er muß ja auch nicht mehr fahren - und will abends nochmals in das gleiche Lokal gehen. Liegt ja auch gleich neben dem Hotel.

Wir drei machen uns aber auf den Weg nach Hause - in's gemeinsame Heim in Cupar.

20 Juni 2011

On the move - almost

Tja - jetzt sind's nur noch zwei Nächte in Bad Tölz. Und nur noch ein Tag. Und es ist noch sooooooooo viel zu tun, obwohl schon jede Menge getan ist. Aber es sieht immer noch so aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, vieles ist zwar in den Kisten resp. Umzugskartons - ja, das meiste - aber für morgen bleibt leider nicht mehr ein relaxing day, sondern einer, an dem noch die restlichen 99.000 Kleinigkeiten sauber sortiert werden müssen und die 9.000 Großigkeiten und das sind immer die Dinge, die dann schlußendlich die meiste Zeit kosten. Weil doch immer wieder Unvorhergesehenes passiert.

Die interessanteste Erfahrung ist für mich die Entdeckung der Wichtigkeit. Sie sollte ein Kriterium der Relativitätstheorie werden, denn:
  • Es gibt vieles Wichtige und sehr viel ganz Wichtiges - insbesondere Unterlagen -
  • Dessen relative Wichtigkeit umgekehrt proportional zur Zeit ist und zudem
  • Dessen Halbwertszeit mit zunehmender Dauer der Aufräumarbeiten meist gegen 0 geht.
Sprich. (Fast) nix ist so wichtig, wie es erschien, als es ganz wichtig war.

Während der letzten Wochen kam ich erst mal wegen der Nachwirkungen des Eingriffes im Klinikum Augsburg nicht so recht auf die Beine und mir dennoch der Umzugstermin immer näher. Lange war ich einfach nicht in der Lage, adäquate Vorbereitungen anzugehen und dann war's schon verdammt spät geworden. Wären da nicht Inge, Erwin und Traudl gewesen, die mir in der letzten Woche tatkräftige Unterstützung geboten haben. Es war ja auch alles nicht so ganz einfach - irgendwie war während der fünf Jahre in Tölz der Hausstand ziemlich angewachsen und wollte sich nicht so recht auflösen lassen.

Der braune Taifun (mein privater - neuer - Kosename für meine liebe Schwester Inge) war am letzten Mittwoch mit der dedizierten Meinung angereist, daß sie so lange da bleiben wollte, bis sie selbst alles erledigt habe. Ohne weitere Hilfe - die würde nur im Weg umgehen.

Inge im Element - da gab's noch Zeitungen
Leider  hatten wir - Ihrer Meinung nach - deutlich zu wenig Zeitungen als Verpackungsmaterial zur Verfügung, was mich dazu bewog, den gesamten Vorrat an Küchenrollen bei zwei Aldi-Niederlassungen aufzukaufen. Ich versuchte das inkognito - denn ich wollte mich nicht als Küchenrollenfetischisten erwischen lassen. Das alles führte dazu, daß sich in der Wohnung Remmele so um die 100 Rollen stapelten, die alle auch verpackt werden sollten und eigentlich ja Verpackungsmaterial waren. So kann's gehen, wenn mehr Verpackungsmaterial vorhanden ist als Dinge zum Verpacken...


Inge bei der denkbar sinnvollsten Verwendung des Münchner Merkur


Aber auch sie mußte dann vor der Menge kapitulieren. Und prompt sprangen Erwin und Traudl in die Bresche und dann ging's ab wie bei der Feuerwehr. Was der Taifun noch nicht verwüstet hatte, das gelang uns vieren dann gemeinsam recht schnell: die wunderbare Wohnung war binnen kurzer Zeit unbewohnbar geworden - voller Kisten, Dingen, die in Kisten verpackt werden sollten, Müll, der auf die Wertstoffsammelstelle (die wird mir in Cupar abgehen...) gebracht werden mußte, anderer, der dort nicht angenommen und deshalb auf die Deponie gebracht  werden mußte. Mittlerweile bin ich ein Müllsortierfreak geworden und könnte als Mülltrennberater der Stadt Bad Tölz eingesetzt werden, Ist auch eine Perspektive - aber nicht in der nächsten Zeit.

Auch Erwin  und Traudl leisten ihren Beitrag zur Chaotisierung der Wohnung
In all dem Chaos lebte dann nicht nur ich, sondern auch Georgie - der natürlich überhaupt nicht mehr wußte, was da mit ihm und um ihn herum geschah. Zwischendurch okkupierte er mal irgendwas, anscheinend, um sich einfach ein Teil zu sichern, das einen gewissen Status Quo ergeben könnte. Meist aber nicht tat. So manchmal verkroch er sich in Ecken, wo er fast nicht mehr zu finden war.

Suchbild: Wo ist Georgie?

Manchmal shanghaite er einen Umzugskarton mit Kleidung drin - immerhin haben wir ihn dort nicht eingepackt.

Was haben wir denn da? Wie gemacht für mich!

Dann wieder suchte er Heil auf dem Balkon. Und war anhänglich wie selten zuvor -.und das will wirklich was heißen, wo er doch ein lieber kuscheliger Kater ist.

Nachts gab's dann noch die Inge im Wohnzimmer auf der Matratze, die ausgiebig beäugt werden mußte. Mal was ganz Neues: jemand nachts im Wohnzimmer bei offener Balkontür, was einem nokturnen Wesen sehr zur Freude und nachtschlafenen Menschen sehr zum Leid gereichte. Immerhin war er dann immer wieder zu mir raufgekommen - Kontrolle, ob ich noch da sei.

Und dann gab's zu allem Überfluß noch das Problem der letzten Impfungen, Entwurmungen, Entzeckungen und möglichen weiteren Enddingsbumsungen - auch wenn da gar keine Dingsbumse sind. Aber die Briten legen halt Wert darauf, daß nur entdingsbumste Tiere auf die Insel gebracht werden. Ist jetzt alles in Georgies Paß notiert und wir sind guten Mutes, daß ausreichend Gesundheit in ihn gestopft wurde, um auch die bösartigsten Einreisebeamtenmonster zufrieden zu stellen. Außerdem hat Fr. Vögele, unsere nette Tierärztin, für alle Fälle ein Beruhigungsmittel mitgegeben, das wir heute gleich mal testen wollten. Abgesehen davon, daß ich statt eines halben Tropfens fast die ganze Menge aus der Spritze auf meinen Finger gedrückt habe (zuvor hatte ich noch damit angegeben, daß ich ja doch sehr spritzenerfahren sei...) hat Georgie den Mikrotropfen brav von seiner Schnauze geleckt -  und torkelte 5 Minuten später wie ein Alki nach 20 Bier und einem relativ geringen Blutgehalt im Alkoholkreislauf entlang. Er sah wirklich richtig besoffen aus. Und schlief danach selig ein. Wirkung getestet - vielleicht streßt damit der Umzug über die drei Tage etwas weniger.

Gestern war dann noch Karsten da und hat mal angeschaut, was sich so in seinen LKW verladen lassen muß. Optimist, der er mal ist, dachte er daran, einen Mercedes Sprinter zu nehmen, was ich aber vehement ablehnen mußte. Da würden wir wohl drei Tage lang laden, um jeden Kubikzentimeter der Kapazität vollzukriegen - nicht sehr sinnvoll - und noch weniger sinnvoll, nochmals herzukommen, um den Rest abzuholen. Also geht's am Mittwoch dann doch mit einem 'normalen' LKW Richtung NW.

Heute war also nochmals Groß'kampf'tag zusammen mit Erwin. Nach dem Tierarzt ging's wieder mal zur beliebten Deponie in Greiling, von dort direkt zum Matratzenshop in Bad Tölz, wo die XXL Matratzen für Cupar für uns bereiit lagen - und partout nicht in Erwin's Transportmaschine wollten - aber mußten. Mittlerweile sind die E-Geräte alle gepackt (bis auf das Notebook und die Fritz.Box), das Bett mit erheblichen Mühen in seine Einzelteile zerlegt und ich sehe einer resp., zwei Nächten auf der Gästematratze entgegen. Die aber - wie könnte es auch anders sein - seit Stunden von Georgie okkupiert ist. Na denn - gute Nacht!

07 Juni 2011

bye bye Nolte - welcome Frühholz

Ja - am Wochenende war's so weit: Eva heißt jetzt nicht mehr Nolte sondern Frühholz, ist mit Markus verheiratet und doch einfach Eva geblieben. Und hat sich wie auch Markus - nach all dem Streß und einer Planung über mehr als ein Jahr - wieder gut erholt.

Sieht zumindest so aus.

Ich habe Fotos jetzt mal ins web gestellt - vorerst nur mal den Tag der standesamtlichen Trauung, muß aber gleich einschränken, daß die Bilder noch nicht bearbeitet sind und nur in einem ersten Schritt ausgesucht wurden. Ich bin ja noch mit meinem Umzug ziemlich beschäftigt, so daß ich kaum Zeit finde, die Bilder adäquat und dem Anlaß (und dem Paar) gerecht fertigzustellen.

Ich hoffe dennoch, daß Euch allen die BIlder Spaß machen und daß sie das Flair dieser tollen Hochzeit widerspiegeln.

https://picasaweb.google.com/wremmele/EvaMarkusHochzeitTeil1#

29 Mai 2011

Flügellos

Bis gestern habe ich mich als flügellahm bezeichnet - potentiell war ja immer noch ein Fluggerät im Keller. So gut wie neu, und wartete einfach darauf, wieder verwendet zu werden. Mein schöner roter Alpha 4 darbte da einfach vor sich hin.

Und immer noch hatte ich so ganz tief im Innersten die Hoffnung, daß es da doch noch eine Möglichkeit geben würde, daß Gleitschirmfliegen wieder drin sein müßte - der Traum, den ich viele Jahre lang hatte, und den ich mir schließlich erfüllt habe. Alle Versuche, das Equipment zu verkaufen, waren nicht erfolgreich gewesen - wodurch ich wohl in dieser inneren Meinung verharren konnte.

Sicher, das war reinstes Wunschdenken - aber das habe ich mir gegönnt. Bis ich dann ernstlich entschieden habe - der Schirm muß weg, noch bevor ich nach Schottland umziehe. Denn viel hätte ein Umzug des Equipments natürlich nicht gebracht - außer weiterer Lagerung, diesmal in der Garage, noch weniger Möglichkeiten zum Verkauf und noch größerem Frust ob des nicht nutzbaren Potentials.

Da ich ja mit Peter und seiner Gleitschirmschule Tegernsee extrem schlechte Erfahrungen gemacht habe, brauchte ich mich nicht mehr an ihn zu wenden; das Geschäftsgebaren ist derart unzumutbar, daß man nur dringendst abraten kann, mit ihm Geschäfte - auch Kurse - zu machen. Jetzt ist der Schirm seit gestern in einer anderen Schule und dient hoffentlich bald einem begeisterten Schüler als Hilfsmittel, den Himmel zu erstürmen.

Ich bin also nicht mehr flügellahm - sondern sogar flügellos. Und es fällt mir recht schwer, einen weiteren Traum ad acta zu legen. Ganz besonders, weil ich ihn so lange hatte, und er mir weggenommen  wurde, gerade als er anfing, Realität zu werden.