30 Juli 2010

Ich darf wieder heim ...

Gute Nachrichten: Die MP Medikamente hatten diesmal kaum merkliche Nebenwirkungen und nach einem Tag Kontrolle sollte alles klar für die Entlassung morgen sein.

Schlechte Nachrichten (für Hirni): Er wird am 23,09. ausziehen müssen ...

28 Juli 2010

Hallo - da bin ich nochmals ... Hirni

Hallo – ich bin’s nochmals … Hirni ...

… ich habe einen Aufschub erhalten. Grade heute. Von der Prof. Dr. Chefärztin persönlich. Werner muß also die Räumungsklage gegen mich mal kurzfristig ad acta legen.

Grund dafür waren die Untersuchungen der vergangenen Tage.

Eva hat uns (Werner mit mir) bis zur Aufnahme in der Klinik gebracht – ein mehr als toller Service einer guten Freundin. Dann hat gleich die Aufnahmeprozedur begonnen: gut für mich, weil sich alles auf MP konzentriert hat. Alle waren und sind der Meinung, daß Parkinson doch der Auslöser für die Probleme sei. Eindeutig – und nicht ich! Ich hab’s ja immer gesagt: ich verhalte mich ruhig, wachse gemütlich vor mich hin und bin ansonsten ein angenehmer Zeitgenosse.

Einige Untersuchungen stehen noch aus – aber das Fazit ist damit schon klar: Ich bleibe noch für einige Zeit (Wochen?) Mitbewohner in Werner’s Hirnkastl und werde erst dann entfernt, wenn die Parkinson-Behandlung Erfolge zeigt. Dann soll ich aber wirklich rausgenommen werden, weil die Jungs und Mädels in der Klinik meinen, daß ich dann einfach zu groß für ihn resp. sein Resthirn werden könnte…

Mehr dazu wird er sicher bald selbst von sich geben – hier also nur die Bekanntgabe des Aufschubs meines Rauswurfs.

Ciao – bis demnächst.

Hirni

21 Juli 2010

Hallo ……..

………. ich bin’s: Hirni.

Ich bin ein Mitbewohner von Werner und habe mich in seinem Hirn eingenistet.

Seit er mich kennt, hat er mir einen Namen gegeben - ganz schön nett von ihm.

Eigentlich bin ich ganz ruhig, genieße die Wärme und den Schutz in seinem Schädel und mache eigentlich – nichts. Naja – fast nichts. Ich wachse ganz langsam, bin deshalb auch schon einige (viele?) Jahre alt, brauche halt ein bißchen Platz – und bin damit ein bißchen wie er selbst. Auch figurmäßig: Ich habe keine Taille, dafür aber ganz schön stattliche Außenmaße: 34x32x24 mm.

Angefangen  habe ich als Hirnhaut, dachte aber, daß mir da keine allzu große Zukunft bevorstehen würde. Also habe ich mich etwas verbreitert, verlängert und verdickt (wie er halt auch – bis auf das Verlängern…) und bin im Laufe der Jahre halt zu dem Kerlchen geworden, das ich jetzt bin. An Werner's Hirn habe ich mich immer nur angelehnt, war mir zu komplex, mehr damit anzustellen oder gar meinen Senf dazu zu geben. Dennoch: einen Dachschaden kann man ihm jetzt ruhig nachsagen (oje - wieviele werden mir jetzt zustimmen und behaupten, sie hätten es ja schon lange gewußt).

Aber irgendwie mag mich Werner doch nicht allzusehr: Er denkt, daß ich für einige der Symptome verantwortlich sei, über die er klagt. Deshalb will er mich loswerden, den Mietvertrag kündigen und mich in der übernächsten Woche hinauswerfen lassen. In Großhadern. In der Neurochirurgie. Ganz schön blöd für mich – wo soll ich denn danach hin?

Er macht sich da nur wenig Sorgen und freut sich schon auf die Zeit ohne mich, wo ich doch eigentlich doch ganz niedlich bin:


Auf den Scans sehe ich doch eindeutig besser aus, als er ... denke ich mal.

Vielleicht melde ich mich noch vor meinem Rausschmiß - wenn nein, dann Werner danach.

03 Juli 2010

Ein Tennisclub wird 75...

... und alle Gründungsmitglieder sind da!

Nein - Spaß beiseite. Wir haben zwar einen relativ hohen Anteil an Oldies (ich zähle natürlich auch dazu), aber Gründungsmitglieder waren bei der Fete am 03.07.2010 nicht (mehr) da.

Das Wetter hätte nicht besser sein können für eine Feier mit Kindertraining und Demotraining der ersten Mannschaft, mit dem Bürgermeister und Landrat, Ehrengästen, gutem Essen und viel guter Laune.

Daß das Abendessen auf 18:00 verschoben wurde, verdankten wir der deutschen Fußballnationalmannschaft, die ab 16:00 die Argentinier vom Platz und aus der WM schoß. Hat halt alles gepaßt.

Zu den Fotos vom Event geht's hier.

01 Juli 2010

Eva ist schuld ...

Hätte sie nicht ein e-Piano gekauft, mich dazu überredet, es auszuprobieren: Ich hätte dann nicht vor etwa zwei Monaten bemerkt, daß zwei meiner Finger der rechten Hand nicht mehr richtig reagieren.

Wenn ich bisher mal zufällig an einer Klaviatur gesessen habe, dann 'wollten die Hände und Finger' nicht mehr so wie früher. Kein Wunder, nach über 40 Jahren, die ich nicht mehr aktiv Klavier gespielt habe. Diesmal war's aber anders: Der Mittel- und Ringfinger der rechten Hand hatten ein Eigenleben, kaum eine Reaktion auf den Befehl, eine Taste zu drücken. Und schlagartig kamen mir noch einige andere Symptome in den Sinn, die mir während der letzten Jahre aufgefallen waren, aber die ich nie zusammenhängend gesehen hatte.

Wieder zuhause habe ich dann sofort gegoogelt: Was ist Parkinson?

Und da kam dann alles zusammen: Verlust des Geruchssinns (schon vor 10 Jahren), (einseitiges) Zittern, Schluckbeschwerden, Koordinationsprobleme, Verlust der Handschrift, etc. Alles Symptome, die ich beobachtet hatte, aber nie zusammenhängend gesehen hatte. Wieso auch - für alles gab's Erklärungen: Nebenhöhleneiterungen, Knie-Operationen, Schlafmangel, etc. Es war einfach nicht nötig, weiter zu denken.

Nach dem Abend aber schon. Zum ersten Mal dachte ich über die Konsultation eines Neurologen nach. Da ich nicht wieder zu Dr. Straub wollte - da bestand wohl vor zwei Jahren eine gegenseitige Abneigung - und die Arztsuche im Internet keine Entscheidung brachte, diskutierte ich das Problem mit Fr. Richter - meiner Psychologin - die mich mehr als darin bestärkte, die Symptome diagnostizieren zu lassen. Auf ihren Rat hin versuchte ich einen möglichst raschen Termin zu bekommen, was sich als recht kompliziert herausstellte.

Schließlich wurde ich dann bei Dr. Gutschera-Wang am 18. Juni untersucht - mehr als 6 Wochen nach meiner Eigendiagnose. Dazwischen lagen noch die Reise nach Dubai und die Kurztrips nach Berlin und Cupar - Ablenkungen von der wahrscheinlichen Realität. Dennoch hatte ich einfach Zeit, mich mit dem Gedanken an eine deutlich andere Zukunft auseinanderzusetzen, sodaß ich auf die Bestätigung meiner Vermutung dann zwar getroffen hat, aber nicht am Boden zerstört hat.

Seitdem sind knapp zwei Wochen vergangen.

Zwei Wochen, die zunächst relativ problemlos waren, insbesondere in psychischer Hinsicht. Irgendwie hatte ich das erwartet, war vorbereitet und dachte, daß ich einfach darüber hinwegkommen würde. Die Reaktionen in der Familie und bei Freunden haben mich aufgebaut und deutlich gemacht, welche Wertigkeit ich besitze.

Dennoch war die zweite Woche dann doch schwierig geworden - langsam wurden die Konsequenzen wirklich klar, die die Diagnose mit sich bringt - und das involviert auch sofortige Aktionen. Gleitschirmfliegen ist out - bei den Koordinationsproblemen einfach zu gefährlich. Der Höhenkurs ist bezahlt aber nicht angetreten, das gesamte Equipment 2 mal geflogen und muß verkauft werden. Abschied von einem Traum. Skaten - muß ich nochmals testen, aber auch da ist Koordination gefragt - ansonsten wird's eine sakrisch blutige Angelegenheit. MTB - wird wohl gehen, wenn's nicht allzu rough ist.

Da ich wegen der Knie-OP lange ausgesetzt habe und die Medikamente auch noch einige Nebenwirkungen haben, sind in der Zwischenzeit meine MTB-Versuche ziemlich kläglich verlaufen - kein guter Anfang für einen Bike-Sommer, mit der eigentlich geplanten Transalp. Vielleicht können wir wenigstens einige Etappen fahren - mal sehen.

Was mich aber wirklich nervt: Warum hat nur kein Arzt in der Vergangenheit die Symptome richtig diagnostiziert? Vor zwei Jahren war ich ja für 8 Wochen in Kliniken, habe mit Neurologen diskutiert, auch die o.g. Probleme angesprochen - keine Reaktion. Sind die denn alle so schmalspurig, daß sie nicht sehen, oder so fixiert, daß sie nicht sehen wollen oder einfach nur schlechte Ärzte. Ich weiß es nicht, und es hilft auch nicht. Aber es wäre einfach besser gewesen, die Behandlung so früh wie nur möglich zu beginnen - so sind halt zwei Jahre oder mehr verloren gegangen, die bei der Entschleunigung der Krankheit sicher geholfen hätten.

Bleibt als Fazit: Von den drei großen neurologischen Krankheiten (MS, Alzheimer - Demenz und Parkinson) habe ich immerhin die am wenigsten destruktive bekommen - es hätte also auch noch schlimmer kommen können. Noch sind mir nicht alle Konsequenzen bekannt (gottseidank) aber ich versuche - wo möglich - workarounds zu finden.

Womit wir wieder bei Eva wären: Die erste Konsequenz aus der Erkenntnis war der Kauf eines e-Pianos resp. Keyboards, damit ich meine Finger trainieren kann. Und vielleicht dient ja meine eigene Musiktherapie nicht nur der Koordination sondern auch der Beruhigung.

Vielleicht hätte Eva einfach früher ein e-Piano kaufen sollen...

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Anmerkung:


Dies bleibt der einzige Post in diesem Blog über die Krankheit.

Wer Interesse an meinem Leben mit Parkinson hat, kann sich gerne bei mir melden; ich schalte dann die Freigabe zu my_parkinson frei.