31 März 2010

Verspätung...


… nennt es wohl die Bahn, wenn Züge nicht rechtzeitig ankommen oder abfahren. Damit scheint sie ja genügend Erfahrung zu haben und dehnt den ‘Verspätungsservice’ auch auf die Beantwortung von Kundenanfragen aus.

Am 13.03. hatte ich aufgegeben, mit der Bahn über die Erstattung meiner Auslagen zu diskutieren – war wohl sinnlos. Aber den Frust über die Reaktionen mußte ich mir im Blog von der Seele schreiben – und das Fahrgastkundencenter oder so ähnlich darüber informieren. Mit einer knappen email, daß der Vorgang jetzt auf meinem Blog für alle einzusehen sei.

Soweit, so gut.

Heute werde ich von einem netten Herrn angerufen, der mir erklärt, meine email erhalten zu haben (mehr dazu etwas später), aber mangels bahntechnischer Infrastruktur nicht auf meinen Blog zugreifen zu können. Die Oberen haben den Mitarbeitern halt nur ein Intranet und kein Internet spendiert. Und – was sei denn vorgefallen? Irgendwie kann ich es nicht glauben, daß die ganze Story wieder aufgewärmt werden muß. Aber offenbar ist sie bei der Bahn den Bach runter gegangen. Jetzt muß ich eingestehen, daß mir zunächst der Gaul durchgegangen ist und ich eine Menge Dampf abgelassen habe. Der arme Mitarbeiter – wer will aber auch einen derartigen Job bei einer derartigen Company – hat mich wohl erst mal vom Ohr genommen und zwischenzeitlich einige andere Dinge erledigt. Erst nach der Schilderung der Vorgänge war er wieder bei mir und – seine Aussage – er hätte gleich gehandelt. Also auch versucht die Flieger zu bekommen anstatt auf S-Bahn oder Schienenersatzverkehr zu warten. Dank gleichem Verständnis bot er mir eine wiederholte Prüfung an. Mein Angebot, die Beschreibung der Vorgänge oder auch nur den Inhalt des Blogs per email zu senden, lehnte er ab: Sie hätten keine email bei der Bahn. Muß also ein Osterwunder gewesen sein, daß meine vorige email angekommen ist. Einzig Papierpost sei möglich. So, na sowas. Aber ich hätte ja jetzt die Tatsachen klargestellt und mit meinen mündlichen Statements würde er der Sache nachgehen.

Grob gerechnet – die Vorfälle waren Anfang und Mitte Januar. Also erwarte ich die nächste Zusage, mir wieder 0 € erstatten zu können, im Frühsommer. Ich werde dann berichten…

30 März 2010

Rad im Baumstamm

Nein – meins ist nicht in einem Stamm gelandet.

Aber auf dem Weg zum Buchberg bin ich bei Wörnern (nicht verzweifeln, das ist nicht so groß wie München oder Bad Tölz oder Hintertupfing und muß deshalb nicht jeder kennen) seit letzter Woche dreimal an einem Stapel gefällter Bäume vorbeigeradelt und einer hat innen so richtig die Form eines Rads. Mit Speichen. Und scheint mich zu verhöhnen – oder ist einfach nur da, um bewundert und fotografiert zu werden. Jedenfalls hat er es mir richtig angetan und ich komme nie ohne Foto dran vorbei.

Rad im Baumstamm

Rad im Baumstamm

Außerdem ist es richtig Frühling geworden. Nach der ersten kleinen Tour war schon einige Tage später kaum noch Schnee – auch nicht mehr in den Waldstücken – vorhanden. Und heute war auch jegliche Eisdecke vom Stallauer Weiher abgetaut; die hattedoch ziemlich lange den hohen Temperaturen Widerstand entgegengesetzt.

Jedenfalls – ist es wieder MTBen … mit den bekannten Single Trails, den bekannten Profilen und im bekannten Gelände. Trotzdem – erst mal fahre ich den Trail an der Dachshöhle nicht ohne abzusetzen – irgendwie scheinen da über den Winter neue Wurzeln als Hindernisse dazugekommen zu sein. Nach dem dritten Mal geht’s aber wieder wie gehabt, und die Hindernisse sind deutlich kleiner geworden. Zumindest in meiner Vorstellung. Immerhin weiß ich aber wieder, warum ich im April ein Single Trail Training absolvieren werde: Ich möchte heuer den Trail am Fimberpaß fahren können und nicht mehr hinabsteigen müssen.

Mal schauen, was das Tourtagebuch dann dazu zu sagen hat.

27 März 2010

Wertigkeiten

Heute ist mal wieder so ein Tag: Werner ist Einkaufen (gegangen). Es ist Wochenende und deshalb muß er wohl ein bißchen auf Vorrat kaufen. Insbesondere für mich, weil ich doch (wie er sagt) sehr ‘gschleckert’ bin (das ist bairisch und steht für heikel; für alle, die es genauer wissen wollen: klick hier) und meist alles stehen lasse, was er mir so vorsetzt.

Einige Zeit habe ich ganz gern Fisch gehabt, aber dann war mir der ständige Lachs über – oder zum Hals rausgewachsen – dann der Thunfisch und sowieso schon seit einiger Zeit fast alles mit Fleisch. Bleibt also noch … naja, er wird schon was finden. A bisserl Trockenfutter geht ja noch und die gerade kürzlich erst entdeckte Katzenmilch hat ja auch so einige Kalorien. Ich werd also nicht vom Fleisch fallen (aber bitte nicht weitererzählen, sonst kümmert er sich vielleicht nicht mehr so um mich…).

Obwohl ich also sehr wählerisch bin und meist nur nouvelle cuisine Mengen zu mir nehme, produziere ich anscheinend doch ganz ordentlich Output – jedenfalls habe ich ja eine Super-Duper Monumentaltoilette, die das Bad dominiert (andere ‘Leute’ bekommen nur post mortem ein Super-Duper Mausoleum – wovon sie aber natürlich nichts haben). Nicht nur optisch, sondern oft auch geruchstechnisch. Deshalb hat Werner auch ein geruchshemmendes Gehäuse gekauft – und das, obwohl sein Geruchssinn ja schon vor Jahren den Bach runtergegangen ist.

mein Menu und die Tools zur Nachbearbeitung....Also – jetzt kam er nach Hause und hat dann doch die Wertigkeit klar gestellt: Für sich hat er einige Orangen (igitt, gepresster Saft zum Frühstück) gebracht und für mich auch ein bißchen was. Ergebnis: 1,49€ für ihn zu 51,56€ für mich. Klar, wer heute mal wieder gewonnen hat: Überschlagsmäßig (im Rechnen ist er mir über) bin ich 3456 % mehr Wert! War mir ja auch sowieso schon immer klar.

Deshalb kann ich mich beruhigt in mein Körbchen zurückziehen und träumen, was der Tag noch bringen wird.

22 März 2010

Mein EKH


nein, ich meine wirklich EKH, nicht EFH: Was Werner mit seiner Wohnung recht ist, sollte mir auch auf dem Balkon billig sein: Ein eigenes Heim. Also – ein EinKatzenHeim. Und da sitze ich – auch wenn’s so aussieht, als wäre ich hinter Gittern. Mitnichten! Das ist meine (zugegeben) kleine Freiheit: Der Platz, von dem aus ich den Vögeln zusehen (und manchmal auch nachjagen) kann, der Platz, von dem ich den Überblick über die Bewegungen auf dem Parkplatz habe, wo ich die Frauchen und Herrchen mit ihren kleinen oder großen Kötern (sorry, aber ich bin halt mal eine Katze, wenngleich nicht hundephob) beim Gassigehen im Blick habe. Was habe ich doch im Winter dieses EKH vermißt. Er (Werner) hatte die warme Wohnung und in meinem EKH war’s einfach saukalt. Viel zu kalt, trotz meines Winterfells.

Aber jetzt wird’s ja wieder warm und – wenn er mal wieder nicht zuschaut – kann ich ja von Balkon zu Balkon springen. Ich mach’s grade dann, wenn ich ihn ärgern oder einfach rein will. Einfach durch die offene Tür – ist ja kein Challenge. Lieber an der anderen Tür miauen und ihn aufschrecken, dann nochmal schnell zurück auf den anderen Balkon springen, unschuldig schauen und schon steht er da. So schnell bewegt er sich sonst überhaupt nicht. Denke ich mal.

Aber jetzt werde ich erst mal ausruhen … war ganz schön anstrengend!


21 März 2010

Frühlingsgefühle ...

… waren gestern angesagt – am Tag des Frühlingsanfangs mit entsprechenden Frühlingstemperaturen.

Also – Bike entmotten, Klamotten raus und wieder mal frische Luft an Oberarmen und Unterschenkeln fühlen. Der Rest war mit neuem Outfit gesichert. Das Bike – monatelang im sog. Fahrradraum in trauter Vielsamkeit mit ‘interessanten’, aber weniger verwandten Zweirädern – mußte erst mal von deren Umklammerung befreit werden, bevor es dann auf die recht flache Strecke nach Reutberg ging. Nach oben wollte ich noch nicht – da liegt immer noch jede Menge Schnee – trotz 15° im Schatten.

Die Muskeln waren schon noch etwas steif – oder was auch immer – jedenfalls noch nicht bergtauglich. Das muß sich ändern.

Die ersten nassen Stellen bei ansonsten trockenen Straßen nehme ich noch außen, aber später wird’s – wie nicht anders erwartet – schmutzig und im Wald auch schneeig. Richtig schneeig, richtig tief.

In den Waldstücken ist der Schnee weich, an anderen Stellen noch eisig, was eindeutig besser zu fahren ist, wenn die Räder nur rutschen und nicht einsinken.

In Reutberg ist dann der Teufel los; schon auf dem letzten Kilometer begegnen mir dutzende Wanderer. Die Terrasse des Gasthauses ist dennoch nicht voll besetzt, aber Autos parken – die Straße nach Sachsenkam ist auch schon beparkt. Es gibt sogar Ordner – und nach der Kurve sehe ich ein gigantisches Bierzelt – wiesntauglich. Ein Ordner klärt mich auf: Starkbierfest zu Josefi. Und alle sind mit dem Auto da. Ich möchte nicht wissen, wie viele hier überkäßmannt wegfahren.

Der See ist noch eisbedeckt – bei den Temperaturen der letzten Wochen dauert die Auftauphase wohl noch einige Tage. Im Wald kämpfe ich mich dann wieder gegen Schnee, Matsch, Eis voran – nicht gerade angetan, viel Freude aufkommen zu lassen.

Jedenfalls war’s gut, wieder einen Sattel unter dem Hintern zu spüren, eingerostete Muskeln zu bewegen und wieder Bikewind um die Ohren gehabt zu haben.

18 März 2010

Sicherheitsüberprüfung ...

... war heute angesagt: Die Feuermelder und Sirenen sollten überprüft werden. Im ganzen Haus, nach - wie üblich - recht kurzer Vorwarnung. So hatte ich also die Schlüsselgewalt auch noch über zwei andere Wohnungen bekommen...

Zunächst kündigte sich die Sicherheitsbegehung durch die Feuersirene an - Georgie war total außer sich - dann durch die Glocke. Es wurde munter drauf los getestet - auch der etwas übersensible Sensor in der Küche, der schon beim Braten von Steaks anschlägt. Nein - man kann den nicht weniger sensibel einstellen, nur ein 'Ableitblech' davor montieren, das den möglichen Rauch vom Melder abhält... Macht sich bestimmt recht gut an der Küchendecke.

Mein Lieblings-Designelement im Wohnzimmer..........
Mein Lieblings-Designelement im Wohnzimmer..........
Wie auch mein absolut beliebtestes Designstück im Wohnzimmer: der Hausalarm. Manuell zu bedienen und direkt mitten an der Wand neben dem Fenster. Das hat mir schon immer gut gefallen. Blöder hätte er nicht montiert werden können - dachte ich - bis mich die Profis heute aufklärten: das Fenster ist der Notausgang aus dem Wohnzimmer. Nein, nicht die Balkontür, sondern das Fenster auf's Dach. Was ich im Zweifelsfall unbedingt nehmen würde, dann kann ich nämlich von dort aus, ja wohin eigentlich, halt zwei Stockwerke runterspringen. Bleibt im Notfall die Wahl zwischen zwei Übeln: Rauchvergiftung oder zerschmetterte Glieder. Ein Hoch der genormten Sicherheit.

Was sich noch weiter fortsetzen läßt: Die Schlüssel zu den anderen Wohnungen waren überflüssig, da die unteren Wohnungen keine Rauchmelder installiert haben. Wenn's dort also brennt gibt's zwei Möglichkeiten: Entweder kommen die Mädels zu mir und betätigen dann den Hausalarm (der natürlich nur lokal im Haus angeschlossen ist und mitnichten Polizei oder Feuerwehr informiert) oder wir warten geduldig, bis auch der Dachstuhl brennt.

Immerhin habe ich jetzt auch eine Begründung für den Gleitschirm: Vielleicht deponiere ich ihn jetzt auf dem Dach – just in case. Oder - bairisch - nix gwiess woas ma ja ned............

14 März 2010

Lazy Sunday

Georgie - entspannt

Georgie - entspannt

Ein diesiger, kalter Sonntag. Nachmittag. Balkonien ist auch nicht drin – keine Vögel und brrrrrkalt. Was tun?

Werner arbeitet am PC. Macht keinen Spaß, ihm da laufend über die Tastatur zu laufen.

Naja – da gibt’s Formel 1 – erstes Rennen der Saison. Total interesting. Anscheinend. Oder doch eher nicht. Die haben da in Bahrein so um die 35° – und mich lassen sie hier in der Kälte. Saustall.

Da genieße ich schon mal den Nachmittag auf meine Weise. Relaxing.

Und später futtere ich dann die verschlafenen Kalorien wieder rein. Sofern Werner’s Katzen-Cuisine sich mal bessern sollte.

What a life!

noch immer nix passiert...

noch immer nix passiert

13 März 2010

Die Bahn bewegt ... sich aber nicht!

Reisen bildet. Sagt man.

Reisen bildet Vorurteile. Falsch – Reisen bildet Urteile!

In meinem Fall mal wieder über die Bahn – resp. die DB AG.

Meist bin ich ja mit dem Auto zum Flughafen unterwegs. Aber wenn das Wetter so schlecht ist, daß sogar Autobahnen nicht mehr gut befahrbar sind, dann siegt die Vernunft (meinte ich) und die Fahrt wird mit BOB (Bayerische Oberlandbahn) und MVV (Münchener Verkehrsverbund) angetreten. Wie etwa Anfang Januar.

Von Tölz bis München Donnersberger Brücke ging’s mit der BOB – wie üblich – komfortabel und pünktlich. Beim Übergang zur S-Bahn wurde ich und andere Reisende informiert, daß die geplante S-Bahn wegen ‚Stellwerkstörung‘ nicht fahren würde und deshalb die alternative S8 zu nehmen sei. Also – wir alle machen uns auf den Weg zum anderen Bahnsteig, als die ausfallende S-Bahn doch einfährt. Keine weitere Durchsage – war also eine Fehlinformation. Dachten wir, bis kurz vor Oberschleißheim. Jetzt erst werden wir informiert, daß die S-Bahn dort enden sollte. Wegen Stellwerkschaden. Und daß für die Verbindung zur nächstgelegenen, befahrbaren S-Bahn-Station ein Schienenersatzverkehr (nach der Rückreise von der Transalp 2007 ein für mich unerträglicher Begriff) bereitstehen würde. Also kein Problem, zum Flughafen zu kommen. Denkste. Da gab’s natürlich keinen Schienenersatzverkehr. Und es warteten sicher so an die 80 Fahrgäste. Information gibt’s bei der unbesetzten DB sowieso nicht – nur einen gut besuchten Imbiß am Bahnhof, wo aber natürlich keine Auskunft gegeben werden konnte. Kaum warteten wir 20 Minuten – die nächste S-Bahn fährt ein und entlädt ihre Passagiere – dämmert es uns schon, daß wir da wohl länger warten könnten. Also sehen wir uns nach einer Taxi-Alternative um, die insgesamt 4 Betroffene aufnimmt. Wofür die DB nun nichts kann: die Taxi-Chauffeuse ist unglaublich! Fährt nach eigenem Gutdünken mal auf der falschen Seite, meist weit über dem Geschwindigkeitslimit, schimpft durchgehend und hat noch dazu einen nervösen Tick, der sie ständig den Kopf zucken und in beliebige Richtung drehen läßt. Irgendwie – mit sehr mulmigem Gefühl – kommen wir doch noch in MUC an und werden um 40 € erleichtert.

Oder etwas später ebenfalls im Januar: Wieder eine angenehme, pünktliche Anfahrt zur Donnersberger Brücke mit der BOB. Warum kann nur dieses Privatunternehmen einfach guten Service bieten? Dann, Nadelöhr, Donnersberger Brücke. Wegen eines ‚Personenschadens‘ fährt überhaupt nichts, weder stadtaus- noch stadteinwärts. Durchsagen: Fehlanzeige. Information: Keine, da der hochfrequentierte Bahnhof ohne Personal auskommen muß. Also – gestrandet! Ohne Information, wann wieder Betrieb einsetzen würde, bleibt wieder nur die Taxi-Alternative – oder ich kann dem Flieger hinterherschauen. Diesmal kostet es – es ist ja auch weiter – 63 €. Diesmal für mich allein. Immerhin komme ich noch rechtzeitig zum Flughafen. Soweit, so schlecht.

Beim Ticketkauf auf der Rückreise informiert mich die Dame am Schalter, daß ich bei den Problemen Recht auf Schadensersatz hätte. Ich sollte mich mal mit den Fakten beim Service-Dialog der S-Bahn (service-dialog@s-bahn-muenchen.de) melden. Naja, eine email mit den Fakten ist schnell erstellt. Und dann … kommt nichts, erst mal, dann aber ein Anruf mit dem Rat, mich an das Servicecenter Fahrgastrechte (www.fahrgastrechte.info) zu wenden. Auf der website gäb’s auch schon die Formulare. Die so weit standardisiert sind, daß nur die Verspätungsfakten, nicht aber die Begleitumstände eingebracht werden können. Super Leistung, eigene Fehler zu vertuschen!

Nachdem ich also akribisch die beiden Vorfälle dokumentiert habe, sende ich am 3. Februar die Formulare (per physikalischer Post - elektronisch geht's nicht) ab und warte. Über 4 Wochen auf eine Antwort. Die dann am 05.03. (!) bei mir eingeht:

Ihr Entschädigungsantrag vom 03.02.10: ‚Wir haben den Sachverhalt geprüft und kommen zu folgendem Ergebnis: entstandener Schaden: 80,60 € (nur ein Vorgang wird überhaupt erwähnt). Entschädigung: 0,00 €. ‚Wir bedauern die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten.‘

Das ist der Service eines Monopolunternehmens!

Fazit: Wenn’s irgendwie geht – nie wieder mit der Bahn, wenn ein Termin ansteht!

05 März 2010

Sorry, Sir, no photography please

Na sowas! Da bin ich einmal ausschließlich zum Fotografieren in der schottischen Hauptstadt und werde freundlich aber sehr bestimmt davon abgehalten…

Ich hatte gerade ein Foto vor der St. James Shopping Mall gemacht – nett, aber nicht gerade berauschend, als mich ein Uniformierter ansprach: ‘Sie können gerne die Häuser auf der anderen Straßenseite fotografieren, aber nichts auf dieser Seite!’ Ich muß – wieder mal – etwas verdattert geschaut haben, darum fuhr er in der Erklärung fort: ‘Die Leute im Hotel und in der Mall mögen das nicht; deshalb ist es verboten.’ Da ich mich zwischenzeitlich geistig wieder gefangen hatte, meinte ich: ‘Wie ist es denn mit Fotos, die von weiter weg gemacht wurden … etwa vom Hügel?’ Antwort – super: ‘Da müssen wir die CCTVs (Überwachungskameras) checken und den Fotografen ausfindig machen…’ Toll, wenn sie das mit jedem Touristen machen, der vom Nelson Monument ein Überblicksfoto über die Stadt schießt. Mußte also noch eins drauflegen: ‘Und was machen Sie mit Google Earth? Mit Google Streetview?’ Keine Antwort. Klar doch. Und dann spielte ich noch die reinste Unschuld: ‘Wie ist’s denn mit der Fußgängerbrücke; darf ich denn die fotografieren?’ ‘Klar doch, aber nur auf die andere Seite.’ Lapidarer Kommentar meinerseits: ‘Dann ist es ja gut, daß ich die verbotenen Fotos schon vor einigen Monaten – unwissenderweise – geschossen habe…’ Keine weitere Diskussion mehr.

Edinburgh Castle

Immerhin – das war die einzig einschränkende Begegnung an diesem Tag – einem wunderbaren, sonnigen Spätwintertag. Edinburgh zeigte sich wolkenlos in gleißendem Licht – nicht einfach zu fotografieren – aber dafür sind einige hübsche Gegenlichtaufnahmen entstanden. Ich hatte mir so etwa 6 Stunden Zeit genommen – bei weitem nicht genug, für das, was ich vor die Linse hätte bekommen können. Und wenn ich dann noch die vielleicht einzige vernünftige Aufnahme von St. James gemacht hätte – tja, dann hätte ich wohl meinen Zug verpaßt…

So hatte ich sogar noch Zeit, den Ball auf die Spitze des Nelson Monuments klettern zu sehen, der dann Punkt 13:00 herunterfällt – zeitsynchron zum Kanonenschuß vom Schloß. Mir wäre der Ball gar nicht aufgefallen, hätte da nicht ein überaus agiler Zeitgenosse auf dem Gehweg immer wieder gerufen: ‘It’s climbing! The ball is going up!’ Und jede Menge Touristen damit verschreckt, die postwendend ihr Protmonnaie gezogen und jeweils ein Ballreminder-Pfund in die ausgestreckten Hände des freundlichen Herrn gelegt haben. So geht’s also auch. Erläuterung des etwas unüblichen Brauchs: Der Ball diente den Schiffen im Firth als Zeitgeber, wie auch der Kanonenschuß. Warum das aber nicht mittags, sondern eine Stunde danach passiert – das kann ich mal wieder nicht nachvollziehen. Ich hätte dann schon eine richtig krumme Zeit genommen – etwa 12:34. Das wäre doch mal ein challenge zur Synchronisation!


01 März 2010

A Scottish Weekend

Excitement pur - vor dem Wochenende. Der Samstag war den Besichtigungen gewidmet, der Sonntag sollte die Entscheidungsdiskussionen bringen... Wie üblich - man denkt und sonstwer lenkt (bewußte Abwandlung).

Lindsay war Freitag Abend angekommen - der 21. Geburtstag der 432. Freundin stand an. Mit einer Shopping-Reise nach Newcastle ... für Nichteingeweihte: eine absolut absurde Idee! Von der Freundinmutter. Woraufhin alle anderen Freundinnen den Geburtstagsrummel absagten, bis auf good-old Lindsay, die ja nie nein sagen kann. Und am Samstag um 07:00 am Bahnhof sein mußte. Geburtstagsparty zu zweit im Einkaufsparadies...

Wir waren dann auch recht schnell auf den Beinen - wollten um 09:00 in Scotlandwell sein. Wo uns ein Makler empfing - fährt einen weißen Scirocco mit schwarzem Dach ... hab ich doch schon mal irgendwo gesehen. Das Haus ist schön, sehr gut ausgestattet und hat nur zwei, drei Probleme: die Küche ist so gut ausgestattet, daß trotz angenehmer Größe nicht viel Platz zum Essen bleibt; der Preis ist trotz Reduktion um 80.000 GBP noch exorbitant hoch und - laut Eleanor extrem problematisch - es führt eine Straße vorbei. Und unsere beiden Katzen seien doch Straßen nicht gewohnt... Dabei ist die Lage vorzüglich: MTB Trails auch größerer Komplexität direkt vor dem Haus und der See - Loch - nur 1-2 km entfernt.

Danach geht's nach Glenfarg, einem etwas heruntergekommenen Ort aber oben am Berg liegt ein toller Bauplatz. Der leider von zwei total überpreisten und miserabel ausgestatteten Häusern mit vollständig geschmacklosem Interieur bebaut ist. Der noch etwas höher liegende, eigentlich wirklich interessante Platz wird - Auskunft Immozenzi - erst dann bebaut werden, wenn die beiden zuert gebauten Häuser verkauft sind. Bei dem Preis wird das m.E. so lange dauern, bis sie unter der Last ihrer Geschmacklosigkeit das Zeitliche gesegnet haben. Also ewig.

Auf dem Weg nach Dundee resp. Kellas halten wir noch in Longforgan, wo ein nettes Steading (umgebautes Gehöft) steht. Leider ist keine Besichtigung möglich, außerdem sind die guten schon verkauft. Wäre aber ganz nett. Gewesen.

Weil wir noch etwas Zeit vor unserer nächsten Verabredung haben, suchen wir uns eine Lunch-Gelegenheit und finden sie in einem anscheinend Top-Hotel, wo es auch Snacks gibt. Die aber - einer Hochzeit sei Dank - fast ewig auf sich warten lassen aber recht genießbar sind.

Auf dem Weg nach Kellas erhalten wir eine Nachricht der dortigen Immozenzi, ob wir denn wirklich kämen. Offenbar ist sie in Eile. Nicht gut. Doch gut: die Lage. Gleich außerhalb des Stadtgebiets von Dundee und nix, aber auch gar nix drumherum. Leider auch keine Berge... Ein altes Gehöft, total entkernt, mit (fast) meterdicken Mauern und echtem Charakter. Innen noch nicht fertiggestellt, was noch fast alle Optionen offenläßt. Wenngleich ich vor der Besichtigung vom Grundriß nicht überzeugt war, so ändert sich das im Original. Das wäre schon was ... und auf jeden Fall ein Eldorado für die Katzen. Platz für Millionen Mäuse - und alle zum Jagen da. In der Umgebung, natürlich. Kleinigkeiten sollten noch geändert werden - aber auch das ist nur eine Sache von Verhandlungen. Und am besten - preislich wegen shared equity nicht zu schlagen.

Danach möchte ich noch das von Eleanor wegen seiner Ausstattung so gepriesene Haus in Glamis - gleich beim Queen-Mum-Schloß - sehen. Leider liegt es kurz vor Kirriemuir (dem weine ich immer noch mehr als eine Träne nach) und hat - außer der Ausstattung nicht viel zu bieten. No chance.

Danach schauen wir uns das Kellas Steading von außen an ... sieht nicht schlechter aus als zuvor.

Auf dem Heimweg umwegen wir noch nach Carnoustie, wo es wunderbare Penthouse Wohnungen geben soll. Finanzierbar wären die über Vermietung während der British Open - denn einer der vier weltberühmten Golf-Courses der Open liegt ja dann vor der Haustür. Ist aber - nix - für die Katz, so ganz oben. Und außerdem finden wir die Dinger auch schon mal gar nicht. Haben aber wenigstens einen Eindruck davon, wo die Vielgeher ihre Löcher finden. Und schließlich landen wir noch in Leuchars, wo es zwar zwei exorbitant nette, aber eindeutig zu kleine Häuschen in einem Steading gibt.

Bleibt die Entscheidung: Wie nicht anders zu erwarten (jetzt werde ich polemisch) entscheiden wir uns abends dann dafür, nichts zu entscheiden. Tolle Lösung, denn die kennen wir ja schon seit letztem Sommer. Schlauer sind wir geworden, wir wissen mehr und haben deshalb auch deutlich mehr Gegenargumente gegen jede Lösung. Wahrscheinlich sitzen wir in 25 Jahren noch in Cupar und (!) Tölz und skypen uns an, wenn gerade mal Easyjet nicht transportiert.

Vor diesem Hintergrund gibt's dann einen total ent-hausten Sonntag, in Edinburgh. Einfach so. Kein Plan, kein Shopping. Einige Kleinigkeiten schauen wir uns natürlich an und Eleanor schlägt vor, mal die High Street bis zum Castle zu gehen. Vorbereitung für eine Fotoportrait, das ich irgendwann mal machen will. Trotz eisigem Wind ist es eine nette Abwechslung und trotz allem Plastik-Firlefanz zum Trotz hat die Straße einen gewissen Charme zumindest in Details erhalten können. Aus Zeitgründen sparen wir uns das Schloß, gehen aber wenigstens noch einen kleinen Abstecher zu Costa in der Princes Street - mal ausnahmsweise kein Espresso, sondern Sandwich für mich und Tee für Eleanor. Zudem schlürfe ich noch einen Fruchtsaft, klar Mango und Maracuja. Und muß dann laut auflachen, als auf meiner Rechnung eine Position 'Innocent Man' zu finden ist. Lösung: Die Saftmarke heißt Innocent und mehr als Man hatte auf der Rechnung nicht mehr Platz. So bin ich also ganz schnell zum Unschuldsengel (ein bißchen frei übersetzt) geworden.

Vor dem Nachhauseweg steht natürlich noch die Entsorgung des Safts an. Wobei der Zugang zum Entsorgungsraum durch ein Kombinationsschloß gesichert ist. Nur für Gäste. Also zurück zur Theke: 'Could I please get the code for the toilet?' Statt einer Antwort erhalte ich die Gegenfrage: 'Do you still have your seat?' Hä! Was soll das? Natürlich habe ich meinen Sitz noch nicht aufgegeben, hängt doch meine Jacke dort! Ich muß ganz schön doof (oder wasauchimmer) geschaut haben (bitte no comment, wie etwa: das ist ja nix neues, o.s.ä.) aber die Kleine setzt noch einen drauf: 'You find the code under your seat!' Soll ich jetzt etwa den Stuhl umdrehen, oder was? Ich bin total entgeistert und erst bei Wiederholung verstehe ich, was sie sagte: Nicht etwa seat war gemeint, sondern receipt! Und da steht auch der Code, der das Örtchen öffnet. An innocent man and a code under the seat. Wär doch ein schöner Titel für einen Krimi.

Zuhause erhalten wir noch eine SMS von Lindsay: Wegen eines Streiks kann sie nicht bis Aberdeen fahren, sondern übernachtet in Cupar bei uns. Job am Montag Morgen hin oder her - es geht einfach nicht. Poor Lindsay: Das Wochenende der Freundin geopfert, mit den Prüfungsvorbereitungen in Verzug und dann noch mal nicht nach Hause kommen. Wie - anscheinend - wir auch zu keinem zuhause kommen. Wait and see......................