10 Februar 2010

Paul der TLD

Mein Nervenkostüm im Kreuz plagt mich seit einigen Tagen ganz fürchterlich, aber dank vereinter Kräfte konventioneller und unkonventioneller Therapien ist es ein bißchen besser geworden. Soweit immerhin, daß ich Eva's Pauli Gassiführen konnte. Ausnahmsweise mußte der Kleine zuhause bleiben und konnte Frauchen nicht bei ihrer Sales-Tour begleiten ... Traurig, aber nicht zu ändern.

Immerhin: Pauli begrüßt mich diesmal. Sogar mal überschwenglich. Das letzte Mal hat er ja geschmollt, sich verkrochen und wollte partout nicht in Erscheinung treten. Und schon gar nicht ins kalte Freie. Pfui - da werden ja sogar die Pfoten schnee-ig. Ja - diesmal ist es einfacher - Leine an und los. Soweit so gut. Bis zur Haustür. Dann erstes Bieseln - gegen den Briefkastenständer. Dann zweites auf dem Weg die Stufen rauf, dann drittes, viertes ... usw. Trotz seiner geringen Größe ist er einfach ein Bieselmonster - ein Tankkraftdackel (s. Überschrift): innen mehr Inhalt als außen Volumen!

Immerhin schaffen wir auf diese Art und Weise die ersten paar Meter (mit durchschnittlich 1,5 bpm - bieselprometer), in nicht zu unterschätzender Zeit. Kaum sind 10 Minuten vergangen, haben wir uns schon einige Meter vom Haus entfernt. Laut Eva durfsollte ich Paul notfalls den Berg hinaufziehen - was immerhin einer Strecke von knapp 200 m und einer Steigung von 6,78 m entspricht. Gewaltig. Denkt Paul. Und bieselt weiter. Und wenn er mal nicht bieselt, dann bleibt er einfach stehen oder - wenn ich mal nicht aufpasse - rennt zurück. Bis die Leine mal wieder dem Fluchtgedanken Einhalt gewährt.

Irgendwie überrede / überzeuge / ziehe ich ihn schließlich bis zum Wendepunkt. Zurück geht's deutlich schneller - geht ja brutal bergab und die potentiellen Bieselstellen sind ja alle schon gepault. Nur noch einige letzte Markierungen anbringen - nix gwieß woas ma ja ned - nur für denn Fall, daß anschließend Leni vorbeikommt.

Im Haus geht's ruckizuck nach oben und zurück ins traute Heim. Gottseidank - denkt Paul - bin ich diesen Trottel für heute mal wieder los... Aber trotzdem sind wir ja dicke Freunde. Sofern es sich nicht um Gassigehen im Schnee handelt.

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Übrigens: Wäre ich Paul, würde ich die obige Stellung auch einem saukalten Gassigehen mit dem Blödmann von nebenan vorziehen.............

05 Februar 2010

Print or not to print

Wieder mal die alte Frage: Tintenpatrone (fast) leer. Der Chip am Canon moniert und schließlich wird das dicke Schwarze ausgetauscht. Sieht auch ganz gut aus ... alle 5 Patronen leuchten schön gemeinsam in niedlichem Rot: Alles (scheint) OK.

Der erste Druckauftrag läßt dann Böses ahnen: Der Drucker braucht unendlich und schließlich läßt er den PC mitteilen, daß ein Tintenpatronenproblem aufgetreten sei (und er deshalb in zwischenzeitlichen Warnstreik getreten sei). Ich solle doch die Patrone ersetzen, deren Licht NICHT leuchte. Also - Drucker auf: Alle Tintenpatronen sind (laut Drucker) richtig eingesetzt und arbeitsbereit.

Da ich die kleinen Ausfälle meines Druckers gegen meine Arbeit kenne, genehmige ich ihm den Neueinsatz der dicken Schwarzen: Alles leuchtet, alles OK. Druckauftrag: 'Bitte tauschen Sie die Patrone ... (s.o.)'.

Na denn, da ist guter Rat teuer (wahrscheinlich im wahrsten Sinn des Wortes). Auch das Neueinsetzen aller 5 Patronen bringt - das gleiche Resultat. Toll. Und jetzt. Erst mal Warten. Morgen ist auch noch ein Tag.

An dem der Drucker beschließt, den Warnstreik fortzusetzen, immer noch mit widersprüchlichen Angaben. Hans, mein Druckerhelfer, ist leider nicht erreichbar und ich damit weiterhin auf mich und meine unzureichenden Druckerheilkünste angewiesen. Immerhin ist Geli so nett, daß sie mir einen Ausdruck auf ihrem Rechner macht. Aber für den Rest des Wochenendes ist sie verreist.

Bleibt, da der Drucker einerseits Bereitschaft signalisiert (bei geöffnetem Deckel) und andererseits etwas moniert (bei geschlossenem Deckel blinkt die gelbe Anzeige) wieder mal die Überlegung, einen neuen Drucker zu kaufen. Expert hat das Nachfolgemodell für 109€ im Internet und 99€ im Laden. Nur - die Patronen passen natürlich nicht. Aber immerhin: das ist eine Lösung. Morgen wird das Ding ersetzt.

Oder - im Lauf des Nachmittags erlischt auf einmal das gelbe Warnlicht und ich teste nochmals. Es dauert, dauert und dauert nochmals aber immerhin gibt's keine Fehlermeldung. Dann macht er irgendwelche Geräusche, transportiert den Druckwagen und bewegt was auch immer ... und druckt. Einfach so. Ohne nochmals aufzumucken. Und druckt nochmals. Und läuft ganz normal.
Frage: Hat er bemerkt, daß er ausgemustert werden sollte und sich deshalb zur Kooperation entschlossen, oder ist da Magie am Werk oder einfach Canon?

02 Februar 2010

Reisestreß

30.01.2010 - Zeit für Marcus' Party zu seinem 40. Geburtstag. Die Lederhose und das bairische Zubehör war gepackt, die Nacht davor bei Viola verbracht - Schnee stand auf der Morgenagenda und die Fahrt von Tölz zum Flughafen sollte möglichst verkürzt werden - und dann früh morgens zur S-Bahn nach Lohhof gedüst. Die dann - oh Wunder oh Wunder - einfach pünktlich war. Ganz entgegen den Erfahrungen der letzten beiden Flughafen-Besuche, die jeweils mit einer saftigen Taxi-Rechnung endeten - dank S-Bahn Ausfällen.

Also - MUC, ich bin mal pünktlich! Nicht aber die 737 der Germanwings, die da in Köln vor sich hineiste (ich weiß, das ist nicht Deutsch, aber es beschreibt wenigstens den Zustand der Maschine). Also - kein Hinflug nach München, was für uns bedeutete, daß sich der Flug nach Köln verspätete. Wieviel? Keine Ahnung, auch mobiles Internet hilft nichts. Naja, ausnahmsweise ist ja mal Zeit genug. Nach knapp zwei Stunden Wartezeit geht es dann endlich los. Mit einigen Zusatzmitreisenden, die eigentlich nach Dortmund wollen. Aber deren Germanwings ist annulliert... Müde wie ich bin, verschlafe ich (eigentlich ist das ja ein Standard), den größten Teil des Flugs, nicht aber die nicht enden wollenden Runden über Köln: Ein Wintersturm hält uns von der Landung ab. Wenigstens wird irgendwann das Kerosin knapp, und so der nächstgelegene Flughafen angepeilt: das ist Düsseldorf. Wo es zwar wintrig ist, aber landbar und wir mit wenig verbleibendem Sprit runterkommen. Aber dennoch bis zu einer Außenposition rollen, die noch nicht mal vom Schnee geräumt ist. Irgendwo also, kurz vor Hamburg.

In der Maschine grollen fast alle Passagiere: diejenigen, deren Ziel Dortmund ist, wollen natürlich aus der Maschine. Die Kölner (darunter auch ich) checken schon mal die Bahnalternativen. Mobile web sei Dank. Und immer noch tut sich nichts mit einem Bustransfer zum Terminal, der eigentlich vom Kapitän angekündigt ist. Dafür gibt's aber zur allgemeinen Verwirrung weitere Durchsagen, wie etwa: 'Es tut mir leid, aber...' So beginnen sie alle. Jede einzelne. Irgendwann beschließe ich, daß das ein wunderbares Exempel für das Studium von Mitmenschen unter Streßbedingungen ist (anscheinend bin ich mittlerweile psychologisch interessiert geworden) und will abwarten, in welcher Form und wann uns Germanwings denn nach CGN bringen wird.

Immerhin gibt's eine Lösung für die Dortmunder: Sie können / dürfen - sofern mal ein Bus kommt - den Flieger verlassen und sich auf eigene Faust nach Dortmund durchschlagen. Im Gegenzug wird ihr Gepäck dann nach Köln geliefert - mit einem anderen Flieger, denn bei der Annullierung haben zwar die Passagiere die Köln-Maschine erreicht, nicht aber das Gepäck. Warum das dann nicht gleich bis Dortmund geflogen wird? Falsche Frage! Klasse Logistik von Germanwings! Immerhin bleiben der Gesellschaft deshalb etliche Passagiere für den wieauchimmergearteten Köln-Transport erhalten. Ob als Kunden, das sei dahingestellt.

Als ich gerade gemütlich mein Buch inspiziere und immer mal wieder die lieben Mitreisenden tröste, frägt mich Angie - eine Dame, die ich bei der Flughafenwarterei kennengelernt habe (Ihren Namen hat sie zigmal am Telefon genannt - deshalb weiß ich ihn trotz Namensschwäche), ob ich mit ihr und Ihrem Freund nach Köln mitfahren möchte. Sie hat ihn vom Flughafen Köln zum Flughafen Düsseldorf umgeleitet, weil sie einfach keinen Bock hat, den ganzen Samstag im Flieger oder Bus oder Flughafen zu verbringen. Klar - bei dem Angebot beende ich mein Studium der Mitmenschen und versuche, in den zweiten Bus zu kommen, der Fluchtwillige aus dem Flugzeug bringt. Klappt auch hervorragend und kaum haben wir eine knappe Stunde in DUS im Flieger verbracht, bin ich schon im A3 von Angies Freund auf dem Weg zum Hotel in Köln.

Wenigstens etwas, das klappt. Ein dickes Danke an Angie und ihren Freund und dann Check In im Conti Hotel. Wo man meine Reservierung nicht findet, und da ich keine Bestätigung dabei habe, zahle ich einen erhöhten Preis und weiß auch nicht, ob ich nicht schon im voraus bezahlt oder wenigstens anbezahlt habe. Bleibt für zuhause zum Prüfen. Paßt aber zur Reise.

Wie auch, daß abends für mehr als eine halbe Stunde kein Taxi zum Ort des Geschehens von Marcus Party zu bekommen ist. Und auch der Rückweg wird nur machbar, weil Marcus einen ihm persönlich bekannten Taxiunternehmer engagiert.

Immerhin ist nach denkbar kurzer Nacht die Rückreise etwas einfacher: Die Verbindung Straßen- zu S-Bahn funktioniert, der Flieger hat nur eine halbe Stunde Verspätung und mein Auto ist in Lohhof nur partiell eingeschneit. Was zu einer relativ einfachen Rückreise beiträgt und Georgie zuhause begeistert. Bin wieder da zum Spielen, Schmusen und vor allem zum Füttern: Mein Kater ist halt einfach ein Schatz: Schnurrig und (manchmal) dankbar...